So erreichst du als Führungskraft sensible Idealisten
INFP-Mitarbeiter führen
Du hast eine Mitarbeiterin, die bei Kritik schnell emotional wird und sich alles zu Herzen nimmt? INFP-Persönlichkeiten brauchen einen besonderen Führungsansatz. Hier lernst du, wie du einfühlsam aber trotzdem klar kommunizierst und schwierige Gespräche erfolgreich führst.


So tickt Jennifer Koch – und andere INFP-Mitarbeiter
Myers-Briggs Persönlichkeitstyp
Wissenschaftlich fundierte Persönlichkeitsanalyse
INFP-Persönlichkeiten sind getrieben von dem Wunsch, authentisch zu sein und etwas Sinnvolles zu bewirken. Sie haben hohe Erwartungen an sich selbst und wollen ihre Arbeit perfekt machen. Dabei nehmen sie alles sehr persönlich – sowohl Erfolge als auch Kritik.
Im Team glänzen INFP-Mitarbeiter durch ihre Kreativität, ihre empathische Art und ihre Bereitschaft, für Projekte zu brennen, die sie begeistern. Sie denken oft außerhalb der Box und bringen frische Perspektiven ein. Wenn sie von einer Idee überzeugt sind, arbeiten sie mit großer Leidenschaft daran.
Ribungspunkte entstehen meist, wenn INFP-Mitarbeiter das Gefühl haben, nicht verstanden oder wertgeschätzt zu werden. Direkte Kritik kann sie tief verletzen, selbst wenn sie sachlich gemeint ist. Sie ziehen sich dann zurück, zweifeln an sich selbst und entschuldigen sich übermäßig für Dinge, die gar nicht ihre Schuld sind.
Von dir als Führungskraft brauchen INFP-Persönlichkeiten vor allem Verständnis und einen geschützten Rahmen. Führe schwierige Gespräche unter vier Augen, betone erst ihre Stärken und gib ihnen Zeit, Feedback zu verarbeiten. Sei einfühlsam, aber bleibe trotzdem klar in deinen Erwartungen.
So könnte ein Gespräch mit einem INFP-Mitarbeiter verlaufen
Ein typisches Feedbackgespräch mit einer INFP-Persönlichkeit – einmal schlecht und einmal besser gemacht.
Der typische Fehler
Jennifer hat einen wichtigen Termin verpasst und du willst das ansprechen.
Jennifer, du hast gestern den Kundentermin verpasst. Das kann nicht passieren.
Es tut mir so leid. Ich habe versagt. Ich weiß, ich bin zu unorganisiert.
Du musst einfach besser aufpassen. Solche Fehler kosten uns Kunden.
Ich weiß, ich bin zu sensibel für diesen Job. Warum bin ich so?
Jennifer ist völlig niedergeschlagen und zweifelt an ihren Fähigkeiten.
Ein besserer Ansatz
Derselbe verpasste Termin, aber mit mehr Fingerspitzengefühl angesprochen.
Jennifer, ich schätze deine gewissenhafte Arbeit sehr. Mir ist aufgefallen, dass der gestrige Termin nicht stattgefunden hat.
Oh nein, es tut mir so leid. Ich habe den Termin komplett übersehen.
Das passiert jedem mal. Lass uns schauen, wie wir das in Zukunft vermeiden können. Welche Ideen hast du?
Vielleicht könnte ich ein besseres Kalendersystem einführen? Ich will euch nicht enttäuschen.
Jennifer fühlt sich verstanden und entwickelt selbst Lösungsansätze.
Jennifer Koch
INFP – "Die Idealistin"Jennifer nimmt alles sehr persönlich und hat hohe Erwartungen an sich selbst. Kritik trifft sie tief, auch wenn sie sachlich gemeint ist.
Typische Sätze: "Ich habe versagt.", "Das war nicht gut genug."
INFP-Mitarbeiter führen
Die wichtigsten Do's und Don'ts im Umgang mit sensiblen Idealisten.
Empfohlene Strategien
Kommunikation
Privat und einfühlsam sprechen
Führe wichtige Gespräche unter vier Augen und beginne mit einer wertschätzenden Bemerkung. INFP-Mitarbeiter öffnen sich nur, wenn sie sich sicher und verstanden fühlen. Ein ruhiger, privater Rahmen verhindert, dass sie sich vor anderen bloßgestellt fühlen.
Zeit zum Verarbeiten geben
Lass INFP-Persönlichkeiten nach wichtigen Gesprächen Zeit, das Gesagte zu durchdenken. Sie brauchen oft einen Moment, um ihre Emotionen zu sortieren und konstruktiv zu antworten. Sag ruhig: 'Denk gerne darüber nach und wir sprechen morgen nochmal.'
Stärken vor Verbesserungen nennen
Beginne Feedback immer mit dem, was gut läuft, bevor du Kritikpunkte ansprichst. INFP-Mitarbeiter nehmen Kritik sehr persönlich und brauchen die Bestätigung, dass sie grundsätzlich wertgeschätzt werden. Das macht sie aufnahmefähiger für Verbesserungsvorschläge.
Zu vermeidende Fehler
Kommunikation
Nicht vor anderen kritisieren
Sprich Probleme niemals im Team oder vor Kollegen an, auch nicht beiläufig. INFP-Persönlichkeiten empfinden das als demütigend und ziehen sich komplett zurück. Selbst gut gemeinte Korrekturen können sie vor anderen als Bloßstellung empfinden.
Keine harte, direkte Kritik
Vermeide Formulierungen wie 'Das war schlecht' oder 'Du musst das ändern'. INFP-Mitarbeiter interpretieren solche Aussagen als persönlichen Angriff auf ihren Charakter. Formuliere stattdessen: 'Ich habe eine Idee, wie das noch besser werden könnte.'
KI-Rollenspiele mit INFP Persönlichkeiten
Trainiere Führungskompetenzen mit INFP-Charakteren

Kritisches Feedback: Die stille Zurückgezogene
mit Lena Berger
Lena war früher engagiert und zuverlässig. In den letzten Monaten hat sie sich zunehmend zurückgezogen und wirkt unsichtbar im Team. Du möchtest verstehen, was dahinter steckt, ohne Vorwürfe zu machen, und ihr klar signalisieren, dass sie weiterhin gewollt ist.
Ziel als Führungskraft
Lenas Rückzug sensibel ansprechen, echtes Interesse zeigen und ihr klar signalisieren, dass sie im Team gewollt ist – ohne sie zu drängen.

Systematisches Mobbing aufdecken
mit Nadia Schneider
Nadia arbeitet seit 14 Monaten im Team, anfangs kollegial. In den letzten 7 Monaten dramatische Veränderung: 12 Krankmeldungen, zunehmender Rückzug, sitzt in Meetings isoliert. Letzte Woche "vergaß" Kolleginnen-Clique sie zum Teamlunch einzuladen - alle außer Nadia gingen gemeinsam. Vor 10 Tagen wichtige E-Mail mit Projektinfos wurde bewusst nicht an sie weitergeleitet - sie machte Fehler deswegen, drei Kolleginnen lachten demonstrativ. Gestern in Besprechung stellte sie Frage - Kollegin verdrehte Augen, andere kicherten, niemand antwortete. Vor 3 Wochen überhörtest du wie zwei Kolleginnen über sie tuschelten: "Die passt eh nicht rein hier." Heute Morgen fandest du Nadia weinend auf Toilette - sie sagte schnell "Alles gut" und verschwand. Andere Abteilung berichtete: "Nadia wird systematisch ausgegrenzt, traut sich aber nichts zu sagen." Du hast sie heute um 15:00 Uhr zum vertraulichen Gespräch gebeten.
Ziel als Führungskraft
Nadias systematische Ausgrenzung aufdecken, Mobbing klar beim Namen nennen, sie von Selbstschuld befreien, konkrete Schutzmaßnahmen einleiten

Remote-Isolation durchbrechen
mit Julia Wagner
Julia arbeitet seit 18 Monaten durchgehend im Homeoffice, anfangs engagiert im Team. In den letzten 4 Monaten dramatischer Rückzug: Meldet sich in Team-Calls nur noch wenn direkt angesprochen, hat bei 12 letzten Meetings kein Wort gesagt. Letzte Woche fehlte sie bei freiwilligem Team-Coffee, vor 2 Wochen bei virtuellem Teambuilding. Kollegen berichten: "Julia wirkt wie ein Geist - ist da aber nicht wirklich da." Vor 10 Tagen schrieb sie wichtige Frage per Chat - statt im Call zu fragen. Gestern verpasste sie spontanes kurzes Meeting weil niemand mehr daran denkt sie einzuladen. Ihre schriftlichen Updates sind einsilbig geworden. Vor 5 Monaten war sie noch aktiv und ideenreich. Heute Morgen sah Kollegin ihren Status seit 3 Stunden auf Abwesend obwohl sie online sein sollte. Du hast sie heute um 15:00 Uhr zum Gespräch gebeten.
Ziel als Führungskraft
Julias stille Isolation aufdecken, sie aktiv ins Team zurückholen, konkreten Plan für regelmäßige Einbindung entwickeln, ihre Zugehörigkeit wiederherstellen

Die verstummte Stimme im Team
mit Deniz Yilmaz
Deniz arbeitet seit 5 Jahren im Team, war anfangs engagiert mit vielen Ideen. In den letzten 18 Monaten radikaler Wandel: Sagt in Meetings kaum noch etwas, macht nur noch Dienst nach Vorschrift, lehnt zusätzliche Projekte ab. Vor 6 Monaten präsentierte er eine innovative Lösung - wurde von zwei dominanten Kollegen sofort zerrissen, niemand griff ein. Letzte Woche im Brainstorming setzte er dreimal an etwas zu sagen, wurde jedes Mal unterbrochen, gab dann auf. Gestern beobachtete eine Kollegin wie Deniz frustriert sein Notizbuch zuklappte mit den Worten "Bringt eh nichts". Vor 3 Monaten fragte er nach Feedback zu seiner Arbeit - du sagtest "Läuft alles gut, mach weiter so". Heute morgen sah HR Recruiter seine Bewerbungen auf LinkedIn. Drei seiner Ideen von vor 2 Jahren wurden später von anderen aufgegriffen und gelobt. Du hast ihn heute um 15:00 Uhr zum Gespräch gebeten.
Ziel als Führungskraft
Deniz' Rückzug und Resignation ansprechen und verstehen warum er verstummt ist. Ziel: Herausfinden was zu seiner Resignation führte, ihm das Gefühl geben gehört zu werden, konkrete Maßnahmen entwickeln damit seine Stimme im Team wieder Raum bekommt. Verhindern dass er innerlich oder tatsächlich kündigt.
Hypersensible Reaktionen professionell führen
mit Jennifer Koch
Jennifer interpretiert neutrale Kommentare als persönliche Angriffe und liest Bedeutungen hinein, die niemand gemeint hat. Letzte Woche sagte ein Kollege "die Farbwahl könnte man überdenken" – Jennifer sprach drei Tage nicht mehr mit ihm und nannte es "totale Ablehnung ihrer Vision". Gestern in der Präsentation erwähnte jemand "vielleicht etwas zu grell" – Jennifer verließ emotional aufgewühlt den Raum und schrieb später eine zweiseitige E-Mail, warum niemand ihre kreative Herangehensweise verstehe. "Ihr seht nur Details, aber nicht die Gesamtbotschaft" ist ihre Standardreaktion. Kollegen formulieren Feedback mittlerweile so vorsichtig, dass wichtige Punkte untergehen. Eine Kollegin meinte: "Ich weiß nicht mehr, wie ich mit Jennifer sprechen soll ohne Drama." Du hast sie heute um 14:30 Uhr zu einem Gespräch gebeten.
Ziel als Führungskraft
Jennifer helfen zu verstehen, dass sachliches Feedback ihre kreative Vision nicht angreift, und Strategien entwickeln, um zwischen konstruktiver Kritik und persönlichen Angriffen zu unterscheiden

Deniz Yilmaz
Jennifer Koch
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Häufige Fragen zum Führen von INFP-Mitarbeitern
Die wichtigsten Antworten für den Umgang mit sensiblen Idealisten.