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Feedback geben leicht gemacht

Mitarbeiterfeedback: Praxis-Beispiele für Führungskräfte

Lerne anhand konkreter Beispiele, wie du als Führungskraft konstruktives, positives und kritisches Feedback professionell formulieren kannst. Mit annotierten Dialogbeispielen und Best Practices für jede Situation.

Feedback richtig geben

Gutes Feedback folgt klaren Prinzipien. Diese Do's und Don'ts helfen dir, deine Rückmeldungen so zu formulieren, dass sie ankommen und Wirkung zeigen.

Empfohlene Strategien

Bewährte Ansätze für effektive Führung

Konkret und spezifisch sein

Benenne exakt, welches Verhalten du meinst. Statt 'Du machst das gut' sagst du 'Die Art, wie du gestern das Kundenproblem gelöst hast, war beeindruckend.'

Zeitnah Feedback geben

Sprich Beobachtungen innerhalb von 24-48 Stunden an, solange die Details noch frisch sind. Je länger du wartest, desto schwieriger wird die Zuordnung.

Verhalten beschreiben, nicht Person bewerten

Fokussiere auf beobachtbares Verhalten. 'Der Bericht enthielt drei Rechenfehler' statt 'Du bist unzuverlässig' – das ist der entscheidende Unterschied.

Ich-Botschaften verwenden

Formuliere aus deiner Perspektive: 'Mir ist aufgefallen, dass...' oder 'Ich habe beobachtet, dass...' – das reduziert Abwehrreaktionen deutlich.

Auswirkungen erklären

Mach deutlich, welche Konsequenzen das Verhalten hat. 'Dadurch musste das Team die Deadline verschieben' schafft Verständnis für die Relevanz.

Dialog führen statt Monolog halten

Frag nach der Perspektive deines Mitarbeiters. 'Wie siehst du das?' oder 'Was hat dazu geführt?' zeigt Respekt und fördert Lösungen.

Zu vermeidende Fehler

Häufige Stolpersteine und wie man sie umgeht

Verallgemeinerungen verwenden

Wörter wie 'immer', 'nie' oder 'ständig' provozieren Widerstand. 'Du kommst immer zu spät' wird sofort mit Gegenbeispielen gekontert.

Vor anderen kritisieren

Kritisches Feedback gehört ausnahmslos unter vier Augen. Öffentliche Kritik beschämt und zerstört Vertrauen – dieser Schaden ist kaum reparabel.

Sandwich-Methode überstrapazieren

Kritik zwischen zwei Lob-Aussagen zu verstecken wirkt manipulativ. Mitarbeiter durchschauen das schnell und nehmen dann weder Lob noch Kritik ernst.

Interpretationen statt Beobachtungen teilen

'Du bist unmotiviert' ist eine Interpretation. 'Du hast in den letzten drei Meetings keinen Beitrag geleistet' ist eine Beobachtung – nur Letzteres ist diskutierbar.

Altes aufwärmen

Feedback sollte sich auf aktuelle Situationen beziehen. Alte Fehler hervorzuholen wirkt nachtragend und verhindert, dass dein Mitarbeiter sich weiterentwickelt fühlt.

Feedback im Affekt geben

Wenn du selbst emotional aufgewühlt bist, warte. Ein Gespräch, das du wütend beginnst, wirst du sachlich nicht führen können.

Positives Feedback geben: Beispiele

So formulieren Führungskräfte wirkungsvolles Lob – mit annotierten Praxisbeispielen

Sophie Müller

Burnout-Prävention durch empathische Gesprächsführung

Positiv
Der Konfliktvermeider

Zeigt, wie eine Führungskraft durch aktives Zuhören, Empathie und klare Vereinbarungen ein sensibles Thema wie Burnout-Risiko erfolgreich anspricht und Lösungen entwickelt.

Gesprächsvorschau
Führungskraft

Hallo Sophie, schön dass du Zeit hast. Mir ist aufgefallen, dass du in letzter Zeit sehr viel arbeitest - auch abends und am Wochenende. Gestern habe ich sogar noch spät eine E-Mail von dir bekommen. Ich mache mir ehrlich gesagt Sorgen um dich. Wie geht es dir denn gerade mit der Arbeitsbelastung?

Sophie Müller

Oh, danke dass du fragst! Ja, es ist gerade wirklich viel los mit dem neuen Projekt. Aber das gehört dazu, oder? Ich will ja auch zeigen, dass ich bereit bin für mehr Verantwortung. Die späte E-Mail gestern... das war nur noch ein wichtiger Punkt, der mir eingefallen ist.

Führungskraft

Ich verstehe deinen Ehrgeiz, Sophie, und schätze dein Engagement wirklich sehr. Aber mir wurde berichtet, dass du gestern in einem wichtigen Termin einen kritischen Punkt vergessen hast und danach sehr mitgenommen warst. Das ist überhaupt nicht typisch für dich - normalerweise bist du so präzise und souverän.

Sophie Müller

Das... ja, das war wirklich peinlich gestern. Ich weiß auch nicht, wie mir das passieren konnte. Normalerweise habe ich alles im Kopf. Ich war danach schon ziemlich fertig, das stimmt. Aber das war nur ein schlechter Tag, passiert jedem mal, oder?

Führungskraft

Sophie, ich kenne dich jetzt seit drei Jahren und du hattest noch nie einen solchen Aussetzer. Du arbeitest seit acht Wochen regelmäßig bis 22 Uhr, antwortest am Wochenende auf E-Mails und schickst nachts um fast Mitternacht noch Nachrichten. Das sind klare Warnsignale für eine Überlastung. Wie ehrlich bist du gerade zu dir selbst?

Sophie Müller

Ich... du hast recht. Vielleicht bin ich wirklich nicht ganz ehrlich zu mir selbst. Die letzten Wochen waren schon sehr anstrengend. Ich merke, dass ich abends nicht mehr richtig abschalten kann und auch am Wochenende ständig an die Arbeit denke. Aber ich dachte, das gehört dazu, wenn man weiterkommen will.

Führungskraft

Es zeigt großen Mut, dass du das so offen sagst. Und nein, chronische Überlastung gehört definitiv nicht dazu - auch nicht für eine Führungsposition. Im Gegenteil: Als Führungskraft musst du langfristig leistungsfähig bleiben und ein gesundes Vorbild sein. Was denkst du, was passiert, wenn du so weitermachst?

Sophie Müller

Wenn ich ehrlich bin... ich merke schon, dass meine Konzentration nachlässt. Ich mache mehr Fehler, bin schneller gereizt und fühle mich ständig unter Druck. Manchmal liege ich nachts wach und grüble über Projekte. Ich hatte gehofft, dass es nach dem aktuellen Projekt besser wird, aber es kommen ja immer neue Aufgaben dazu.

Führungskraft

Danke, dass du so ehrlich bist, Sophie. Was du beschreibst sind klassische Burnout-Symptome, und es ist wichtig, dass wir jetzt gegensteuern. Du bist eine unserer wertvollsten Mitarbeiterinnen und ich möchte nicht, dass du deine Gesundheit riskierst. Lass uns gemeinsam schauen, wie wir deine Arbeitsbelastung besser strukturieren können. Was würde dir helfen?

Sophie Müller

Das bedeutet mir wirklich viel, dass du das so siehst. Ich glaube, es würde helfen, wenn ich klare Prioritäten hätte und nicht alles gleichzeitig machen müsste. Manchmal weiß ich gar nicht, womit ich anfangen soll. Und vielleicht bräuchte ich auch mal einen Tag, wo ich wirklich früh gehen kann, ohne schlechtes Gewissen.

Führungskraft

Das sind sehr gute Punkte. Lass uns das konkret angehen: Wir machen jeden Montag ein kurzes Prioritätsgespräch, damit du Klarheit hast. Außerdem vereinbaren wir, dass du spätestens um 19 Uhr das Büro verlässt und am Wochenende keine E-Mails bearbeitest. Ich werde das auch aktiv unterstützen. Wie klingt das für dich?

Sophie Müller

Das klingt wirklich gut und würde mir sehr helfen. Ich bin ehrlich gesagt auch erleichtert, dass wir darüber gesprochen haben. Ich hatte schon Angst, dass du denkst, ich schaffe es nicht. Die wöchentlichen Prioritätsgespräche sind eine super Idee - dann muss ich nicht mehr raten, was am wichtigsten ist.

12 Nachrichten
6 Annotationen
Vergleich
  • Echte Sorge ausdrücken schafft Vertrauen und Offenheit
  • Konkrete Beobachtungen sind überzeugender als allgemeine Kritik
Dr. Susanne Berg

Empathische Kommunikation bei analytischen Führungskräften entwickeln

Positiv
Der Konfliktvermeider

Die Führungskraft zeigt, wie sie eine hochanalytische Managerin für die Bedeutung empathischer Kommunikation sensibilisiert, ohne deren Stärken abzuwerten. Dabei nutzt sie konkrete Beispiele und strukturierte Ansätze.

Gesprächsvorschau
Führungskraft

Susanne, danke dass du dir die Zeit nimmst. Mir ist aufgefallen, dass es in letzter Zeit einige Spannungen im Team gibt, besonders nach dem gestrigen Meeting. Ich würde gerne verstehen, wie du die Situation einschätzt und was aus deiner Sicht passiert ist.

Dr. Susanne Berg

Das Meeting lief aus meiner Sicht völlig irrational ab. Sarah hat emotionale Argumente gebracht, die nichts mit den Projektdaten zu tun hatten. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass wir uns an Fakten orientieren sollten. Wenn Menschen sachliche Diskussionen nicht ertragen, liegt das Problem nicht bei mir.

Führungskraft

Ich verstehe, dass dir sachliche Entscheidungen wichtig sind - das ist auch eine deiner großen Stärken. Gleichzeitig haben sich heute drei Kollegen bei mir gemeldet, die sich durch deine Art verletzt fühlen. Sarah hat nach dem Meeting geweint. Wie erklärst du dir diese Reaktionen?

Dr. Susanne Berg

Ehrlich gesagt verstehe ich das nicht. Wenn die Zahlen eindeutig sind, warum reagieren Menschen dann emotional? Das ist ineffizient und hilft niemandem. Sarah sollte ihre Gefühle von der Sachebene trennen können. Ist das nicht unprofessionell von ihr?

Führungskraft

Lass mich das mal anders erklären: Stell dir vor, du präsentierst eine brillante Analyse, aber niemand setzt sie um, weil sich das Team nicht mitgenommen fühlt. Deine Expertise verpufft. Menschen treffen Entscheidungen nicht nur rational - Vertrauen und emotionale Sicherheit sind genauso wichtige Faktoren für den Projekterfolg.

Dr. Susanne Berg

Moment... du sagst, dass emotionale Faktoren die Umsetzung beeinflussen? Kannst du das präzisieren? Welche konkreten Mechanismen sind da am Werk? Ich sehe schon, dass Menschen anders reagieren, aber ich verstehe nicht, warum meine sachliche Art kontraproduktiv sein soll.

Führungskraft

Genau, lass uns das systematisch betrachten. Wenn Menschen sich nicht gehört oder respektiert fühlen, aktiviert das Stress-Reaktionen. Das blockiert kreatives Denken und Kooperationsbereitschaft. Deine Analyse ist top, aber wenn du sagst 'Das ist irrational', hört Sarah: 'Du bist dumm.' Das war nicht deine Absicht, oder?

Dr. Susanne Berg

Nein, definitiv nicht. Ich... ich schätze Sarahs Arbeit wirklich. Aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich es anders machen soll. Wenn jemand emotional wird, werde ich automatisch sachlicher. Das ist mein Reflex. Wie soll ich denn reagieren, ohne unehrlich zu werden?

Führungskraft

Das ist eine sehr ehrliche und wichtige Frage. Du musst nicht deine Persönlichkeit ändern. Aber du könntest zum Beispiel sagen: 'Ich sehe, dass dir das wichtig ist, Sarah. Lass uns schauen, wie wir deine Bedenken mit den Daten in Einklang bringen.' Das ist immer noch sachlich, aber respektvoll.

Dr. Susanne Berg

Das... das klingt tatsächlich machbar. Ich könnte also ihre Perspektive anerkennen, bevor ich die Daten präsentiere? Und wenn ich merke, dass jemand emotional reagiert - gibt es da ein System, wie ich reagieren sollte? Ich brauche irgendwie eine Struktur dafür.

Führungskraft

Perfekt, du denkst schon systematisch darüber nach. Lass uns einen konkreten Plan entwickeln: Erstens, bei emotionalen Reaktionen erst pausieren und nachfragen: 'Was beschäftigt dich daran?' Zweitens, ihre Sorge zusammenfassen, bevor du deine Analyse bringst. Drittens, Lösungen gemeinsam erarbeiten statt allein zu entscheiden.

Dr. Susanne Berg

Das ergibt Sinn. Pausieren, nachfragen, zusammenfassen, gemeinsam lösen. Kann ich das mit dir üben? Ich möchte das richtig machen. Und... ich sollte mich wohl bei Sarah entschuldigen. Auch wenn meine Absicht nicht schlecht war, war meine Wirkung verletzend.

Führungskraft

Absolut, wir können gerne Situationen durchspielen. Und ja, eine Entschuldigung bei Sarah wäre wertvoll - nicht für deine Analyse, die war korrekt, sondern für die Art der Kommunikation. Ich bin beeindruckt von deiner Bereitschaft, dich weiterzuentwickeln. Das zeigt echte Führungsqualitäten.

13 Nachrichten
8 Annotationen
Vergleich
  • Analytische Stärken anerkennen, bevor Soft Skills angesprochen werden
  • Empathie als Effizienz-Tool erklären, nicht als emotionale Schwäche
Kevin Bauer

Remote-Work Balance zwischen Autonomie und Teampräsenz

Positiv
Der Konfliktvermeider

Zeigt, wie eine Führungskraft trotz eigener Unsicherheit klare Erwartungen kommuniziert und dabei die Autonomiebedürfnisse eines technischen Spezialisten respektiert.

Gesprächsvorschau
Führungskraft

Hi Kevin, danke dass du dir die Zeit nimmst. Mir ist aufgefallen, dass du in den letzten Monaten sehr selten im Büro warst - obwohl wir ja eigentlich die Drei-Tage-Regelung haben. Letzte Woche mit dem Kundentermin und auch bei der Einarbeitung von Sarah gab es ein paar Situationen... ich würde gerne verstehen, wie du das siehst?

Kevin Bauer

Ehrlich gesagt verstehe ich das Problem nicht ganz. Meine Zahlen sprechen für sich - ich bin deutlich produktiver im Homeoffice. Weniger Ablenkung, keine unnötigen Meetings, ich kann mich voll auf die technischen Aufgaben konzentrieren. Die Ergebnisse stimmen doch, oder? Was soll da das Problem sein?

Führungskraft

Du hast völlig recht, deine Arbeitsergebnisse sind wirklich gut, das steht außer Frage. Mir geht es auch nicht um deine individuelle Leistung. Es geht mehr um... naja, um das Team. Sarah hat mir erzählt, dass die Einarbeitung remote ziemlich frustrierend war mit den technischen Problemen. Und das Team vermisst dich bei den spontanen Abstimmungen.

Kevin Bauer

Aber das sind doch alles Dinge, die man remote genauso gut lösen kann. Technische Probleme hat man auch im Büro. Und spontane Abstimmungen - dafür gibt es Slack und Teams. Wir leben im 21. Jahrhundert, nicht mehr in den 90ern. Warum soll ich zwei Stunden pendeln für Dinge, die digital genauso gut funktionieren?

Führungskraft

Ich verstehe deinen Punkt mit der Effizienz wirklich. Und du hast recht, vieles geht remote super. Aber letzte Woche warst du zwei Stunden nicht erreichbar, obwohl dein Status grün war - der Kunde wartete. Und bei der Einarbeitung... Sarah meinte, es fehlte einfach dieser persönliche Kontakt, dieses schnelle Mal-eben-fragen-können. Manchmal braucht es einfach diese menschliche Komponente.

Kevin Bauer

Das mit dem Kunden war ein Ausnahmefall - ich hatte einen Zahnarzttermin und hab vergessen den Status zu ändern. Sowas passiert. Und bei Sarah... ich meine, sie ist auch erwachsen. Bei anderen Kollegen klappt Remote-Einarbeitung doch auch. Schau dir Thomas an, der ist auch fast nur remote und bei dem beschwert sich niemand.

Führungskraft

Okay, ich merke, dass du das anders siehst und... ehrlich gesagt, bin ich mir auch nicht sicher, ob ich das richtig anpacke. Vielleicht bin ich zu pingelig. Aber das Team hat sich wirklich bei mir beschwert. Sie sagen, du wirkst distanziert, kennst die neuen Leute kaum. Ich weiß nicht... wie können wir das lösen? Ich will dich nicht einschränken, aber das Team leidet darunter.

Kevin Bauer

Ich... okay, vielleicht sehe ich das zu technisch. Mir ist wirklich nicht bewusst gewesen, dass das Team das so empfindet. Ich dachte, solange die Arbeit stimmt... Aber wenn es wirklich Probleme gibt, dann sollten wir darüber reden. Was stellst du dir denn vor? Ich kann nicht jeden Tag im Büro sein, das ist für mich wirklich schwierig.

Führungskraft

Danke, dass du das so offen sagst. Ich denke nicht, dass du jeden Tag da sein musst. Aber vielleicht könnten wir einen Mittelweg finden? Was wäre, wenn wir feste Tage definieren - sagen wir Dienstag und Donnerstag - wo du im Büro bist? Dann weiß das Team, wann sie dich persönlich antreffen können, und du hast trotzdem drei Tage Homeoffice.

Kevin Bauer

Zwei feste Tage... das könnte funktionieren. Dienstag und Donnerstag ist okay, dann kann ich Montag, Mittwoch und Freitag von zu Hause arbeiten. Aber ich brauche wirklich diese Flexibilität für meine produktiven Phasen. Und bei Terminen wie Zahnarzt würde ich gerne tauschen können - geht das?

Führungskraft

Ja, das klingt vernünftig. Tauschen ist kein Problem, solange du es vorher kurz ankündigst. Und vielleicht könntest du bei den Team-Lunches öfter dabei sein? Nicht immer, aber ab und zu? Das würde wirklich helfen, die Beziehungen zu stärken. Ich denke, wenn wir das so machen, haben alle etwas davon - du deine Flexibilität und das Team mehr Kontakt zu dir.

Kevin Bauer

Okay, das kann ich mittragen. Dienstag und Donnerstag im Büro, flexibel tauschbar mit Voranmeldung. Und ich versuche, öfter bei den Team-Lunches dabei zu sein - vielleicht nicht jede Woche, aber regelmäßiger. Ehrlich gesagt merke ich schon, dass ich die neuen Kollegen kaum kenne. Das ist wohl nicht ideal für die Zusammenarbeit.

12 Nachrichten
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Vergleich
  • Mit offenen Fragen statt Vorwürfen beginnen schafft konstruktiven Dialog
  • Eigene Unsicherheit zu zeigen kann Vertrauen aufbauen und Widerstand reduzieren

Kritisches Feedback formulieren: Beispiele

Wie Führungskräfte Kritik aussprechen ohne zu demotivieren – mit Analyse typischer Fehler

Dr. Susanne Berg

Konfliktvermeider gibt bei Widerstand auf

Negativ
Der Konfliktvermeider

Zeigt wie eine Führungskraft durch übertriebene Höflichkeit und sofortiges Nachgeben bei kritischem Feedback versagt. Demonstriert die negativen Folgen von Konfliktvermeidung.

Gesprächsvorschau
Führungskraft

Hallo Susanne, danke dass du Zeit gefunden hast. Ich wollte nur kurz... also, es gab ein paar Rückmeldungen aus dem Team. Nichts Schlimmes natürlich! Aber vielleicht könnten wir mal schauen, ob da was dran ist? Es geht um die Kommunikation im Team. Ich verstehe total, dass du sehr sachlich arbeitest, das ist ja auch deine Stärke.

Dr. Susanne Berg

Rückmeldungen? Ich arbeite effizient und fokussiert. Wenn das Team emotionale Unterstützung braucht, sollten sie das vielleicht woanders suchen. Meine Aufgabe ist es, Probleme zu lösen und Ergebnisse zu liefern. Emotionen verlangsamen nur den Entscheidungsprozess und führen zu irrationalen Schlüssen.

Führungskraft

Ja, das stimmt natürlich, du lieferst wirklich tolle Ergebnisse! Ich will auch gar nicht deine Arbeitsweise kritisieren. Es ist nur... nun ja, wenn es dir recht ist, würde ich gerne erwähnen, dass gestern eine Kollegin das Meeting weinend verlassen hat? Aber vielleicht war sie auch einfach überfordert, ich weiß es nicht genau.

Dr. Susanne Berg

Wenn jemand bei sachlicher Diskussion emotional wird, ist das deren Problem, nicht meines. Ich kann nicht für die emotionale Stabilität aller Kollegen verantwortlich sein. Wir sind hier um zu arbeiten, nicht um Gefühle zu verwalten. Sollte ich etwa meine Effizienz opfern, nur weil andere zu sensibel sind?

Führungskraft

Nein, nein, natürlich nicht! Du hast völlig recht, Effizienz ist wichtig. Ich verstehe das total. Vielleicht ist das auch mein Fehler, dass ich das überhaupt anspreche. Es tut mir leid, wenn ich dich damit belaste. Wir müssen ja nicht gleich etwas ändern. Was denkst du denn, könnten wir vielleicht trotzdem irgendwie...?

Dr. Susanne Berg

Hören Sie, ich habe wichtige Projekte zu bearbeiten. Wenn das Team Probleme mit meiner direkten Art hat, können sie gerne ein Coaching buchen oder sich anderweitig Hilfe suchen. Ich werde nicht meine bewährten Arbeitsmethoden ändern, nur weil einige Kollegen emotional überreagieren. Ist das alles?

Führungskraft

Ach so, ja... ich verstehe. Du hast natürlich viel zu tun. Ich will dich auch nicht länger aufhalten. Vielleicht löst sich das auch von selbst. Lass uns einfach schauen, wie es sich entwickelt. Falls doch noch was sein sollte, können wir ja nochmal reden. Aber ist wahrscheinlich gar nicht nötig.

Dr. Susanne Berg

Gut. Dann können wir das abhaken. Ich habe übrigens nächste Woche drei wichtige Präsentationen und bin bis Ende des Monats komplett ausgebucht. Falls Sie wirklich meinen, dass wir nochmal reden müssen, müsste das warten. Aber wie gesagt, ich sehe das Problem nicht bei mir.

8 Nachrichten
4 Annotationen
Vergleich
  • Wichtige Probleme müssen klar und direkt angesprochen werden, nicht verniedlicht oder relativiert
  • Führungskräfte dürfen sich nicht für notwendige, berechtigte Gespräche entschuldigen
Kevin Bauer

Fehlende Konsequenz bei wiederholten Vereinbarungsbrüchen

Negativ
Der Konfliktvermeider

Zeigt, wie eine konfliktscheue Führungskraft durch mangelnde Klarheit und fehlende Konsequenz die Situation verschlimmert und das Team frustriert.

Gesprächsvorschau
Führungskraft

Hi Kevin, danke dass du Zeit hast. Ich wollte nur mal kurz mit dir sprechen, weil mir aufgefallen ist... also es ist jetzt auch nicht dramatisch, aber vielleicht könnten wir mal schauen, wie das so läuft mit dem Homeoffice. Ich meine, deine Arbeit ist ja super, das will ich auch gar nicht kritisieren. Es geht eher um so organisatorische Sachen.

Kevin Bauer

Okay, verstehe nicht ganz worauf du hinauswillst. Meine Zahlen stimmen, ich liefere pünktlich ab und bin produktiver als je zuvor. Homeoffice funktioniert für mich einfach besser, weniger Ablenkungen, mehr Fokus auf die eigentliche Arbeit. Wenn es um Output geht, dann kann sich niemand beschweren.

Führungskraft

Ja, das stimmt absolut, deine Leistung ist wirklich top. Es tut mir auch leid, dass ich das überhaupt ansprechen muss. Es geht mehr um... na ja, das Team hat halt manchmal Fragen und dann bist du nicht da. Aber ich verstehe das total, Homeoffice hat ja viele Vorteile. Vielleicht könntest du einfach schauen, ob du ab und zu mal vorbeikommen könntest?

Kevin Bauer

Spontane Fragen kann man doch per Teams klären, das ist sogar effizienter. Warum soll ich extra ins Büro fahren, nur um da rumzusitzen? Das sind alles Sachen, die remote genauso gut funktionieren. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, warum wir im 21. Jahrhundert noch so an physischer Anwesenheit festhalten.

Führungskraft

Da hast du auch einen Punkt, das stimmt schon. Ich will da auch keinen Druck machen. Es ist nur... letzte Woche war da diese Sache mit dem Kundentermin, wo wir dich nicht erreicht haben. Aber das kann ja mal passieren. Und die neue Kollegin, die Anna, die hatte wohl ein paar technische Probleme bei der Einarbeitung. Aber das kriegt man bestimmt auch hin.

Kevin Bauer

Das mit dem Kundentermin war ein Einzelfall, mein Internet war down. Und bei der Einarbeitung - remote Sessions sind Standard in der IT, das machen alle so. Anna muss sich halt an die Tools gewöhnen. Bei Sarah aus dem Marketing ist Homeoffice übrigens auch kein Problem, die ist auch fast nie da.

Führungskraft

Ja, mit Sarah ist das anders, sie hat andere Aufgaben. Aber du hast recht, remote ist ja auch okay. Ich dachte nur... das Team vermisst dich halt manchmal. Beim Mittagessen und so. Aber wenn du denkst, dass es so besser läuft, dann... Vielleicht könntest du einfach mal schauen, wie es sich entwickelt?

Kevin Bauer

Team-Lunches sind nett, aber nicht mein Ding. Ich konzentriere mich lieber auf die Arbeit. Und ehrlich gesagt, wenn es keine konkreten Beschwerden über meine Leistung gibt, sehe ich keinen Grund etwas zu ändern. Remote funktioniert für mich und meine Produktivität spricht für sich.

Führungskraft

Okay, verstehe. Ich will auch nicht, dass du dich unwohl fühlst. Deine Produktivität ist ja wirklich gut. Lass uns einfach... mal schauen wie es läuft. Falls es Probleme gibt, können wir ja nochmal reden. Ich denke, wir finden schon einen Weg. Danke für das offene Gespräch.

Kevin Bauer

Alright, dann ist ja alles geklärt. Ich mache weiter wie bisher und wenn wirklich mal was Wichtiges ist, bin ich ja erreichbar. Die Zusammenarbeit läuft doch gut, oder? Dann können wir das hier beenden.

10 Nachrichten
5 Annotationen
Vergleich
  • Vage Formulierungen führen zu unklaren Ergebnissen
  • Sich für berechtigte Führungsthemen zu entschuldigen untergräbt die Autorität

Konstruktives Feedback: Beispiele für Führungskräfte

Entwicklungsorientiertes Feedback geben – so fördern Sie nachhaltige Verhaltensänderung

Sophie Müller

Burnout-Anzeichen ansprechen - Vermeidung statt Führung

Konstruktiv
Der Konfliktvermeider

Zeigt wie eine Führungskraft durch Vermeidungsverhalten und mangelnde Klarheit bei kritischen Gesprächen versagt. Demonstriert die negativen Folgen von Konfliktscheu bei ernsten Mitarbeiterproblemen.

Gesprächsvorschau
Führungskraft

Hi Sophie, danke dass du Zeit hattest. Ich wollte nur mal kurz schauen, wie es dir so geht. Mir ist aufgefallen, dass du in letzter Zeit viel arbeitest und ich dachte, vielleicht könnten wir mal darüber sprechen. Aber nur wenn du magst natürlich. Ist vielleicht auch gar nicht so schlimm, aber ich wollte einfach mal fragen.

Sophie Müller

Oh, das ist nett von dir. Ja, es ist schon ziemlich viel los gerade mit dem Projekt. Aber das kenne ich ja, das wird schon wieder. Ich schaffe das schon irgendwie. Die nächsten Wochen sind wichtig und ich will sicherstellen, dass alles läuft.

Führungskraft

Ja, das verstehe ich total. Du machst wirklich einen super Job. Ich wollte nur... also falls du mal das Gefühl hast, dass es zu viel wird oder so, dann kannst du gerne zu mir kommen. Aber ich will da jetzt keinen Druck machen. Vielleicht ist es auch einfach nur eine stressige Phase.

Sophie Müller

Ja, genau, ist halt eine intensive Zeit. Das Projekt ist wirklich wichtig und ich will es nicht vermasseln. Ich arbeite gerne hart, das weißt du ja. Solange die Ergebnisse stimmen, ist doch alles gut, oder? Ich komme schon klar damit.

Führungskraft

Absolut, die Ergebnisse sind wirklich toll. Ich schätze dein Engagement sehr. Es tut mir leid, dass ich das überhaupt anspreche, vielleicht mache ich mir auch zu viele Gedanken. Was denkst du denn, können wir irgendwie die Arbeitsbelastung ein bisschen reduzieren? Aber nur wenn du das möchtest.

Sophie Müller

Nein, nein, das ist schon okay. Ich komme wirklich gut zurecht. Vielleicht war gestern einfach ein schlechter Tag, das passiert mal. Ich bin ja nicht aus Zucker. Das Projekt läuft bis Ende des Monats und dann wird es auch wieder entspannter. Ich brauche keine besondere Behandlung.

Führungskraft

Okay, das freut mich zu hören. Du kennst dich ja am besten. Ich vertraue dir da vollkommen. Falls sich doch mal etwas ändert oder du Unterstützung brauchst, weißt du ja, dass ich da bin. Aber du hast recht, nach dem Projekt wird es bestimmt ruhiger.

Sophie Müller

Genau, danke für das Verständnis. Ich schätze es wirklich, dass du dir Gedanken machst, aber es ist alles unter Kontrolle. Ich melde mich, falls ich Hilfe brauche. Können wir das Gespräch vielleicht beenden? Ich habe noch einiges zu erledigen heute.

Führungskraft

Natürlich, natürlich. Ich will dich auch nicht länger aufhalten. Du hast ja sicher wichtige Sachen zu tun. Lass uns das einfach so lassen. Melde dich gerne, wenn etwas ist. Und danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Tut mir leid, falls das unnötig war.

Sophie Müller

Kein Problem. Bis später dann. Ich gehe jetzt zurück an die Arbeit, das Projekt wartet nicht. War nett, dass wir mal geredet haben, auch wenn es nicht nötig gewesen wäre. Ich melde mich, falls wirklich mal etwas ist.

10 Nachrichten
5 Annotationen
Vergleich
  • Bei Burnout-Anzeichen ist Direktheit wichtiger als Höflichkeit - Gesundheit geht vor
  • Führungskräfte dürfen sich nicht für berechtigte Sorgen entschuldigen
Sophie Müller

Burnout-Warnsignale übersehen und falsch reagieren

Konstruktiv
Der Konfliktvermeider

Zeigt, wie eine Führungskraft bei offensichtlichen Burnout-Symptomen versagt: Warnsignale ignoriert, Verantwortung auf den Mitarbeiter abschiebt und keine konkreten Lösungen bietet.

Gesprächsvorschau
Führungskraft

Hallo Sophie! Schön, dass du Zeit gefunden hast. Ich wollte nur mal kurz mit dir sprechen, weil mir aufgefallen ist, dass du in letzter Zeit sehr viel arbeitest. Ähm, ist alles okay bei dir? Du musst ja nicht bis so spät bleiben, das ist eigentlich nicht nötig.

Sophie Müller

Hallo! Ja, mir geht es gut. Die Projekte sind halt gerade sehr intensiv und ich möchte sicherstellen, dass alles rechtzeitig fertig wird. Du weißt ja, wie wichtig die Q4-Ziele sind. Ich schaffe das schon, mach dir keine Sorgen.

Führungskraft

Ach so, na dann ist ja alles in Ordnung! Ich dachte schon... aber wenn du sagst, dass du das schaffst, dann ist das super. Du bist ja auch sehr organisiert. Vielleicht könntest du nur schauen, dass du nicht ganz so spät arbeitest? Wegen der Work-Life-Balance und so.

Sophie Müller

Ja, ich versuche schon auf die Balance zu achten. Aber du weißt ja, wie es ist - die Deadlines warten nicht und ich will das Team nicht im Stich lassen. Manchmal ist halt etwas mehr Einsatz nötig.

Führungskraft

Das verstehe ich total! Du bist wirklich sehr gewissenhaft. Aber pass trotzdem auf dich auf, okay? Wenn es mal zu viel wird, kannst du ja einfach Nein sagen oder um Hilfe bitten. Wir wollen ja nicht, dass du dich übernimmst.

Sophie Müller

Ehrlich gesagt fällt mir das schwer mit dem Nein sagen. Wenn alle auf mich zählen und die Projekte so wichtig sind... Ich weiß auch nicht, an wen ich mich wenden soll. Jeder ist doch selbst schon überlastet.

Führungskraft

Hmm, ja das ist natürlich ein Dilemma. Aber du schaffst das bestimmt! Du bist ja sehr kompetent. Vielleicht wird es nach dem Quartal auch wieder etwas ruhiger. Manchmal sind halt solche Phasen dabei, das kennst du ja.

Sophie Müller

Ja, wahrscheinlich hast du recht. Ich komme schon klar. War vielleicht auch nur ein schlechter Tag gestern. Ich sollte einfach besser organisieren oder so.

Führungskraft

Genau, das sehe ich genauso! Du findest bestimmt einen Weg. Falls doch mal was ist, weißt du ja, wo du mich findest. Ansonsten... ähm, mach einfach weiter wie bisher, du machst das toll!

Sophie Müller

Okay, danke für das Gespräch. Ich gehe dann mal zurück an die Arbeit. Die Präsentation für morgen wird sich nicht von selbst fertig machen.

Führungskraft

Ja, klar! Viel Erfolg mit der Präsentation. Und denk dran: nicht zu spät nach Hause heute! Wir sehen uns dann morgen.

11 Nachrichten
6 Annotationen
  • Burnout-Warnsignale (späte E-Mails, Wochenendarbeit) nie ignorieren oder normalisieren
  • Bei Überlastung konkrete Lösungen erarbeiten statt Verantwortung auf Mitarbeiter abzuschieben
Dr. Susanne Berg

Konfrontation ohne Empathie und Struktur

Konstruktiv
Der Konfliktvermeider

Eine Führungskraft macht den Fehler, ein heikles Thema ohne Vorbereitung anzugehen, wird schnell emotional und verliert die Kontrolle über das Gespräch, was zu einer Eskalation führt.

Gesprächsvorschau
Führungskraft

Susanne, ich muss ehrlich sagen, es tut mir leid, dass ich das ansprechen muss, aber es gab heute Morgen Beschwerden über dich. Die Kollegen fühlen sich von dir vor den Kopf gestoßen. Gestern im Meeting mit der weinenden Kollegin war wirklich nicht okay. Vielleicht könnten wir mal schauen, wie du mit den anderen umgehst?

Dr. Susanne Berg

Beschwerden? Das verstehe ich nicht. Ich arbeite effizient und lösungsorientiert. Gestern im Meeting habe ich lediglich darauf hingewiesen, dass emotionale Reaktionen die sachliche Diskussion behindern. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache - wir können uns nicht von irrationalen Gefühlsausbrüchen leiten lassen. Das ist unprofessionell.

Führungskraft

Ja, ich verstehe das total, aber weißt du, die anderen fühlen sich halt verletzt. Es geht nicht nur um Effizienz. Wenn es dir passt, würde ich gerne mal darüber reden, wie wir das anders machen könnten. Ich will da jetzt keinen Druck machen, aber vielleicht könntest du einfach ein bisschen freundlicher sein?

Dr. Susanne Berg

Freundlicher? Ich bin nicht hier, um Freundschaften zu schließen. Meine Aufgabe ist es, Probleme zu lösen und Ergebnisse zu liefern. Wenn die Kollegen sich von Fakten und Logik verletzt fühlen, dann ist das ihr Problem, nicht meins. Emotionen haben in rationalen Entscheidungen nichts verloren - das habe ich bereits deutlich gemacht.

Führungskraft

Aber Susanne, so kannst du doch nicht mit Menschen umgehen! Du verletzt ständig andere und merkst es nicht mal. Gestern ist eine Kollegin weinend rausgelaufen! Das kann doch nicht dein Ernst sein. Du machst alle kaputt mit deiner Art. Ich verstehe nicht, wie du so kalt sein kannst!

Dr. Susanne Berg

Kalt? Ich bin realistisch und professionell. Wenn Sie ein Problem mit effizienter Arbeitsweise haben, dann sollten Sie vielleicht Ihre Führungskompetenzen überdenken. Ich werde mich nicht für meine Kompetenz entschuldigen. Diese ganze emotionale Theater-Aufführung hier beweist nur, dass Sie genauso irrational reagieren wie der Rest des Teams.

Führungskraft

Wie bitte? Jetzt wirst du auch noch frech! Ich bin hier die Führungskraft und du hörst auf mich! Du benimmst dich unmöglich und wenn du so weitermachst, dann gibt es Konsequenzen! Ich lasse mir von dir nicht sagen, dass ich inkompetent bin. Das geht zu weit!

Dr. Susanne Berg

Konsequenzen? Für was genau? Für hervorragende Arbeit und ehrliche Kommunikation? Ich habe in den letzten drei Jahren mehr Probleme gelöst als der Rest des Teams zusammen. Wenn Sie mich wegen Kompetenz bestrafen wollen, dann zeigt das nur, wie dysfunctional diese Organisation ist. Vielleicht sollte ich mir überlegen, ob ich hier noch richtig bin.

Führungskraft

Ach so, jetzt drohst du auch noch mit Kündigung? Weißt du was, dann mach das doch! Vielleicht wären wir alle besser dran ohne deine arrogante Art. Ich habe genug von diesem Gespräch. Du denkst wohl, du bist unersetzlich, aber das bist du nicht!

Dr. Susanne Berg

Unersetzlich? Schauen Sie sich die Zahlen an. Meine Projektabschlussrate liegt bei 98%, meine Lösungen sparen dem Unternehmen jährlich sechsstellige Beträge. Aber Sie haben recht - vielleicht bin ich hier wirklich falsch. Andere Unternehmen schätzen analytische Kompetenz mehr als emotionale Befindlichkeiten. Dieses Gespräch ist beendet.

10 Nachrichten
7 Annotationen
  • Schwierige Gespräche brauchen konkrete Vorbereitung und strukturierte Herangehensweise
  • Vages Feedback wie 'sei freundlicher' ist wertlos - spezifische Beispiele und Verhaltensweisen benennen

Warum gutes Feedback für Führungskräfte so wichtig ist

Feedback geben gehört zu den wichtigsten Führungskompetenzen. Als Führungskraft bestimmst du durch dein Feedback maßgeblich die Motivation, Leistung und Entwicklung deiner Mitarbeiter. Gleichzeitig ist kaum eine Führungsaufgabe so anspruchsvoll – denn zwischen hilfreicher Rückmeldung und verletzender Kritik liegt oft nur ein schmaler Grat.

Die Herausforderung beim Feedback geben

Viele Führungskräfte kämpfen mit denselben Fragen: Wie formuliere ich Kritik, ohne zu demotivieren? Wie gebe ich Lob, das authentisch wirkt und nicht aufgesetzt klingt? Wie erreiche ich tatsächlich eine nachhaltige Verhaltensänderung? Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Feedbackgespräch? Und wie gehst du professionell mit emotionalen Reaktionen um, wenn dein Mitarbeiter das Feedback nicht annehmen kann?

Diese Unsicherheit führt häufig dazu, dass wichtige Gespräche aufgeschoben werden. Ein kritisches Thema bleibt unausgesprochen, weil der richtige Moment nie zu kommen scheint. Oder positives Feedback wird vergessen, weil im Tagesgeschäft schlicht die Zeit fehlt. Beides schadet der Teamdynamik und der individuellen Entwicklung deiner Mitarbeiter.

Die Lösung: Feedback-Beispiele zum Lernen

Unsere annotierten Dialogbeispiele zeigen dir konkret, wie erfahrene Führungskräfte in verschiedenen Situationen Feedback geben. Jedes Beispiel enthält vollständige Gesprächsverläufe vom Einstieg bis zum Abschluss, detaillierte Annotationen, die erklären, warum welche Formulierung funktioniert oder warum eine andere problematisch ist, sowie die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick zusammengefasst. Besonders wertvoll sind die Vergleiche: Dieselbe Situation, aber unterschiedliche Herangehensweisen – so siehst du direkt, welchen Unterschied gute Gesprächsführung macht.

Vorteile für deine Führungspraxis

Du erhältst konkrete Formulierungen, die du direkt in deinen Gesprächen anwenden kannst. Die Beispiele sind situationsspezifisch aufbereitet – von positivem Lob über konstruktive Entwicklungsgespräche bis hin zu schwierigen Kritikgesprächen. Alle Empfehlungen sind psychologisch fundiert und basieren auf aktueller Kommunikationsforschung. Vor allem aber stammen die Szenarien aus dem echten Führungsalltag – praxiserprobt und sofort umsetzbar.

Nutze unsere Feedback-Beispiele, um deine Gesprächskompetenz als Führungskraft gezielt zu verbessern. Denn gutes Feedback ist erlernbar – mit den richtigen Vorbildern und etwas Übung.

Häufige Fragen zum Feedback geben

Antworten auf die wichtigsten Fragen von Führungskräften

Wie gebe ich als Führungskraft konstruktives Feedback?
Konstruktives Feedback gelingt am besten mit der SBI-Methode: Beschreibe zunächst die konkrete Situation, dann das beobachtete Verhalten und schließlich die Auswirkung (Impact). Entscheidend ist dabei, dass du bei Beobachtungen bleibst und keine Interpretationen oder Charakterbewertungen vornimmst. Formuliere aus der Ich-Perspektive, bleib respektvoll im Ton und biete deine Unterstützung bei der Verbesserung an. Vermeide Verallgemeinerungen wie 'immer' oder 'nie', da diese sofort Abwehrreaktionen auslösen. Ein gutes konstruktives Feedback endet immer mit einer klaren Vereinbarung über die nächsten Schritte.
Was sind Beispiele für positives Feedback an Mitarbeiter?
Wirkungsvolles positives Feedback ist immer spezifisch und wirkungsbezogen. Statt einem vagen 'Gute Arbeit' sagst du beispielsweise: 'Die Art, wie du gestern im Kundengespräch auf die Einwände eingegangen bist, hat mich beeindruckt. Du hast ruhig zugehört und dann passende Lösungen angeboten.' Oder wirkungsbezogen: 'Deine gründliche Vorbereitung der Präsentation hat dazu beigetragen, dass wir den Auftrag bekommen haben.' Je konkreter du benennen kannst, was genau gut war und welche positive Auswirkung es hatte, desto mehr wird dein Lob als authentische Anerkennung wahrgenommen und nicht als oberflächliche Höflichkeitsfloskel.
Wie kann ich Kritik üben ohne zu verletzen?
Kritik ohne Verletzung erfordert vor allem die richtige Vorbereitung und Haltung. Führe das Gespräch zeitnah, aber nicht impulsiv – warte, bis beide Seiten sachlich sprechen können. Kritisiere ausnahmslos unter vier Augen, niemals vor Kollegen. Trenne konsequent zwischen Verhalten und Person: 'Der Bericht enthielt Fehler' ist etwas völlig anderes als 'Du bist unzuverlässig'. Richte den Fokus auf die Zukunft und mögliche Verbesserungen statt auf Schuldzuweisungen für die Vergangenheit. Und ganz wichtig: Führe einen Dialog, indem du nach der Perspektive deines Mitarbeiters fragst. Wer sich gehört fühlt, nimmt Kritik deutlich besser an.
Wann ist der beste Zeitpunkt für Feedback?
Der optimale Zeitpunkt für Feedback ist zeitnah zum beobachteten Verhalten, solange die Details noch frisch sind – idealerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Wähle einen Moment, in dem beide Seiten ungestört und aufnahmefähig sind. Positives Feedback darf durchaus spontan gegeben werden, etwa direkt nach einer gelungenen Präsentation. Für kritisches Feedback empfiehlt sich hingegen ein separater Termin, damit sich dein Mitarbeiter darauf einstellen kann und nicht überrumpelt wird. Vermeide Feedback kurz vor dem Feierabend oder direkt vor wichtigen Terminen – dein Gegenüber braucht Zeit und Raum, das Gesagte zu verarbeiten.
Was ist der Unterschied zwischen Feedback und Kritik?
Feedback ist der Oberbegriff für alle Formen von Rückmeldung und umfasst positive, neutrale und negative Aspekte. Es ist grundsätzlich entwicklungsorientiert und zielt darauf ab, jemanden bei seiner Verbesserung zu unterstützen. Kritik hingegen ist eine Teilmenge von Feedback und bezieht sich spezifisch auf Verbesserungspotenziale oder Probleme. Der entscheidende Unterschied in der Führungspraxis: Gutes Feedback beinhaltet immer auch die Anerkennung von Stärken und beschränkt sich nicht nur auf Kritikpunkte. Eine ausgewogene Feedbackkultur schafft die Grundlage dafür, dass auch kritische Rückmeldungen konstruktiv aufgenommen werden können.
Wie reagiere ich auf emotionale Reaktionen bei Feedback?
Emotionale Reaktionen auf Feedback sind normal und sollten dich nicht verunsichern. Bewahre zunächst selbst Ruhe und signalisiere Verständnis, etwa mit: 'Ich sehe, dass dich das bewegt. Nimm dir einen Moment.' Höre aktiv zu und frage nach dem Grund der Reaktion, ohne deine sachlich berechtigte Kritik zurückzunehmen. Bei starken Emotionen wie Tränen oder Wut biete eine Pause an oder vertage das Gespräch auf den nächsten Tag. Wichtig ist, dass du am Folgetag nochmals kurz nachfasst und das Gespräch abschließt. So zeigst du, dass dir sowohl das Thema als auch die Person wichtig sind.
Wie oft sollte ich meinen Mitarbeitern Feedback geben?
Regelmäßiges Feedback ist wirksamer als das eine große Jahresgespräch. Im Idealfall gibst du kurzes, situatives Feedback kontinuierlich im Arbeitsalltag – immer dann, wenn du etwas Bemerkenswertes beobachtest, ob positiv oder verbesserungswürdig. Zusätzlich empfehlen sich strukturierte Feedbackgespräche im Rhythmus von vier bis sechs Wochen, um Entwicklungen zu besprechen und gemeinsam auf die vergangene Zeit zu schauen. Diese Regelmäßigkeit hat zwei Vorteile: Positives Feedback verliert nicht seine Wirkung, weil es zur Gewohnheit wird, und kritisches Feedback kommt nicht aus heiterem Himmel, weil die Gesprächskultur etabliert ist.
Welche Feedback-Methoden gibt es für Führungskräfte?
Die bekanntesten Feedback-Methoden sind die SBI-Methode (Situation-Behavior-Impact), bei der du konkrete Situationen, beobachtetes Verhalten und dessen Auswirkungen beschreibst. Die WWW-Methode (Wahrnehmung-Wirkung-Wunsch) eignet sich besonders für entwicklungsorientiertes Feedback. Das STAR-Feedback (Situation-Task-Action-Result) ist hilfreich bei Leistungsbeurteilungen. Weniger empfehlenswert ist die oft zitierte Sandwich-Methode, bei der Kritik zwischen zwei positive Aussagen gepackt wird – Mitarbeiter durchschauen dieses Muster schnell und nehmen dann weder Lob noch Kritik ernst. Wichtiger als die perfekte Methode ist deine authentische Haltung und der respektvolle Umgang.