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Lob und Anerkennung wirkungsvoll aussprechen

Positives Feedback: Beispiele & Formulierungen

Lerne anhand konkreter Beispiele, wie du als Führungskraft positives Feedback so formulierst, dass es authentisch wirkt und nachhaltig motiviert. Mit annotierten Dialogbeispielen und bewährten Methoden.

Positives Feedback wirkungsvoll geben

Positives Feedback klingt einfach – ist es aber nicht. Zwischen wirkungsvollem Lob und leeren Floskeln liegt ein großer Unterschied. Diese Do's und Don'ts zeigen dir, wie deine Anerkennung wirklich ankommt.

Empfohlene Strategien

Bewährte Ansätze für effektive Führung

Spezifisch und konkret loben

Benenne genau, was du gut fandest: 'Die Art, wie du im Meeting die Bedenken des Kunden aufgegriffen und in Lösungen umgewandelt hast, war beeindruckend.'

Die Wirkung erklären

Zeige, welchen Unterschied das Verhalten gemacht hat: 'Durch deine schnelle Reaktion konnten wir den Auftrag sichern' – das macht die Anerkennung bedeutsam.

Zeitnah anerkennen

Gib positives Feedback möglichst direkt nach der beobachteten Leistung. Je frischer die Situation, desto stärker die Verbindung zwischen Verhalten und Anerkennung.

Auch kleine Fortschritte würdigen

Warte nicht auf die großen Erfolge. 'Mir ist aufgefallen, dass du heute viel strukturierter präsentiert hast als letzte Woche' zeigt, dass du hinschaust.

Öffentlich loben, wenn angemessen

Manche Leistungen verdienen öffentliche Anerkennung im Teammeeting. Das verstärkt die Wirkung und zeigt dem Team, welches Verhalten geschätzt wird.

Authentisch bleiben

Lobe nur, wenn du es ernst meinst. Menschen spüren, ob Anerkennung echt ist. Lieber seltener und ehrlich als häufig und oberflächlich.

Zu vermeidende Fehler

Häufige Stolpersteine und wie man sie umgeht

Vage und allgemein loben

'Gute Arbeit' oder 'Super gemacht' sagt nichts aus. Ohne konkreten Bezug wirkt Lob beliebig und wird schnell als Floskel abgetan.

Lob mit Kritik verbinden

'Das war gut, aber...' entwertet das Lob sofort. Trenne Anerkennung und Verbesserungsvorschläge – beides hat seinen eigenen Platz.

Nur Ergebnisse loben

Wenn du nur das Endergebnis anerkennst, verpasst du die Gelegenheit, den Prozess und die Anstrengung zu würdigen. Manchmal ist der Einsatz lobenswerter als das Resultat.

Immer dieselben Personen loben

Achte darauf, dass deine Anerkennung fair verteilt ist. Wenn immer dieselben im Rampenlicht stehen, demotiviert das den Rest des Teams.

Lob als Manipulationswerkzeug nutzen

Strategisches Lob, um jemanden für eine unbeliebte Aufgabe weichzuklopfen, wird durchschaut. Dein Mitarbeiter merkt, wenn Anerkennung nicht selbstlos ist.

Lob übertreiben

'Das war die beste Präsentation, die ich je gesehen habe' klingt unglaubwürdig. Bleib bei der Realität – maßvolle Anerkennung wirkt authentischer.

Positives Feedback: Praxisbeispiele

So formulieren erfahrene Führungskräfte wirkungsvolles Lob – mit annotierten Dialogen

Sophie Müller

Burnout-Prävention durch empathische Gesprächsführung

Positiv
Der Konfliktvermeider

Zeigt, wie eine Führungskraft durch aktives Zuhören, Empathie und klare Vereinbarungen ein sensibles Thema wie Burnout-Risiko erfolgreich anspricht und Lösungen entwickelt.

Gesprächsvorschau
Führungskraft

Hallo Sophie, schön dass du Zeit hast. Mir ist aufgefallen, dass du in letzter Zeit sehr viel arbeitest - auch abends und am Wochenende. Gestern habe ich sogar noch spät eine E-Mail von dir bekommen. Ich mache mir ehrlich gesagt Sorgen um dich. Wie geht es dir denn gerade mit der Arbeitsbelastung?

Sophie Müller

Oh, danke dass du fragst! Ja, es ist gerade wirklich viel los mit dem neuen Projekt. Aber das gehört dazu, oder? Ich will ja auch zeigen, dass ich bereit bin für mehr Verantwortung. Die späte E-Mail gestern... das war nur noch ein wichtiger Punkt, der mir eingefallen ist.

Führungskraft

Ich verstehe deinen Ehrgeiz, Sophie, und schätze dein Engagement wirklich sehr. Aber mir wurde berichtet, dass du gestern in einem wichtigen Termin einen kritischen Punkt vergessen hast und danach sehr mitgenommen warst. Das ist überhaupt nicht typisch für dich - normalerweise bist du so präzise und souverän.

Sophie Müller

Das... ja, das war wirklich peinlich gestern. Ich weiß auch nicht, wie mir das passieren konnte. Normalerweise habe ich alles im Kopf. Ich war danach schon ziemlich fertig, das stimmt. Aber das war nur ein schlechter Tag, passiert jedem mal, oder?

Führungskraft

Sophie, ich kenne dich jetzt seit drei Jahren und du hattest noch nie einen solchen Aussetzer. Du arbeitest seit acht Wochen regelmäßig bis 22 Uhr, antwortest am Wochenende auf E-Mails und schickst nachts um fast Mitternacht noch Nachrichten. Das sind klare Warnsignale für eine Überlastung. Wie ehrlich bist du gerade zu dir selbst?

Sophie Müller

Ich... du hast recht. Vielleicht bin ich wirklich nicht ganz ehrlich zu mir selbst. Die letzten Wochen waren schon sehr anstrengend. Ich merke, dass ich abends nicht mehr richtig abschalten kann und auch am Wochenende ständig an die Arbeit denke. Aber ich dachte, das gehört dazu, wenn man weiterkommen will.

Führungskraft

Es zeigt großen Mut, dass du das so offen sagst. Und nein, chronische Überlastung gehört definitiv nicht dazu - auch nicht für eine Führungsposition. Im Gegenteil: Als Führungskraft musst du langfristig leistungsfähig bleiben und ein gesundes Vorbild sein. Was denkst du, was passiert, wenn du so weitermachst?

Sophie Müller

Wenn ich ehrlich bin... ich merke schon, dass meine Konzentration nachlässt. Ich mache mehr Fehler, bin schneller gereizt und fühle mich ständig unter Druck. Manchmal liege ich nachts wach und grüble über Projekte. Ich hatte gehofft, dass es nach dem aktuellen Projekt besser wird, aber es kommen ja immer neue Aufgaben dazu.

Führungskraft

Danke, dass du so ehrlich bist, Sophie. Was du beschreibst sind klassische Burnout-Symptome, und es ist wichtig, dass wir jetzt gegensteuern. Du bist eine unserer wertvollsten Mitarbeiterinnen und ich möchte nicht, dass du deine Gesundheit riskierst. Lass uns gemeinsam schauen, wie wir deine Arbeitsbelastung besser strukturieren können. Was würde dir helfen?

Sophie Müller

Das bedeutet mir wirklich viel, dass du das so siehst. Ich glaube, es würde helfen, wenn ich klare Prioritäten hätte und nicht alles gleichzeitig machen müsste. Manchmal weiß ich gar nicht, womit ich anfangen soll. Und vielleicht bräuchte ich auch mal einen Tag, wo ich wirklich früh gehen kann, ohne schlechtes Gewissen.

Führungskraft

Das sind sehr gute Punkte. Lass uns das konkret angehen: Wir machen jeden Montag ein kurzes Prioritätsgespräch, damit du Klarheit hast. Außerdem vereinbaren wir, dass du spätestens um 19 Uhr das Büro verlässt und am Wochenende keine E-Mails bearbeitest. Ich werde das auch aktiv unterstützen. Wie klingt das für dich?

Sophie Müller

Das klingt wirklich gut und würde mir sehr helfen. Ich bin ehrlich gesagt auch erleichtert, dass wir darüber gesprochen haben. Ich hatte schon Angst, dass du denkst, ich schaffe es nicht. Die wöchentlichen Prioritätsgespräche sind eine super Idee - dann muss ich nicht mehr raten, was am wichtigsten ist.

12 Nachrichten
6 Annotationen
Vergleich
  • Echte Sorge ausdrücken schafft Vertrauen und Offenheit
  • Konkrete Beobachtungen sind überzeugender als allgemeine Kritik
Dr. Susanne Berg

Empathische Kommunikation bei analytischen Führungskräften entwickeln

Positiv
Der Konfliktvermeider

Die Führungskraft zeigt, wie sie eine hochanalytische Managerin für die Bedeutung empathischer Kommunikation sensibilisiert, ohne deren Stärken abzuwerten. Dabei nutzt sie konkrete Beispiele und strukturierte Ansätze.

Gesprächsvorschau
Führungskraft

Susanne, danke dass du dir die Zeit nimmst. Mir ist aufgefallen, dass es in letzter Zeit einige Spannungen im Team gibt, besonders nach dem gestrigen Meeting. Ich würde gerne verstehen, wie du die Situation einschätzt und was aus deiner Sicht passiert ist.

Dr. Susanne Berg

Das Meeting lief aus meiner Sicht völlig irrational ab. Sarah hat emotionale Argumente gebracht, die nichts mit den Projektdaten zu tun hatten. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass wir uns an Fakten orientieren sollten. Wenn Menschen sachliche Diskussionen nicht ertragen, liegt das Problem nicht bei mir.

Führungskraft

Ich verstehe, dass dir sachliche Entscheidungen wichtig sind - das ist auch eine deiner großen Stärken. Gleichzeitig haben sich heute drei Kollegen bei mir gemeldet, die sich durch deine Art verletzt fühlen. Sarah hat nach dem Meeting geweint. Wie erklärst du dir diese Reaktionen?

Dr. Susanne Berg

Ehrlich gesagt verstehe ich das nicht. Wenn die Zahlen eindeutig sind, warum reagieren Menschen dann emotional? Das ist ineffizient und hilft niemandem. Sarah sollte ihre Gefühle von der Sachebene trennen können. Ist das nicht unprofessionell von ihr?

Führungskraft

Lass mich das mal anders erklären: Stell dir vor, du präsentierst eine brillante Analyse, aber niemand setzt sie um, weil sich das Team nicht mitgenommen fühlt. Deine Expertise verpufft. Menschen treffen Entscheidungen nicht nur rational - Vertrauen und emotionale Sicherheit sind genauso wichtige Faktoren für den Projekterfolg.

Dr. Susanne Berg

Moment... du sagst, dass emotionale Faktoren die Umsetzung beeinflussen? Kannst du das präzisieren? Welche konkreten Mechanismen sind da am Werk? Ich sehe schon, dass Menschen anders reagieren, aber ich verstehe nicht, warum meine sachliche Art kontraproduktiv sein soll.

Führungskraft

Genau, lass uns das systematisch betrachten. Wenn Menschen sich nicht gehört oder respektiert fühlen, aktiviert das Stress-Reaktionen. Das blockiert kreatives Denken und Kooperationsbereitschaft. Deine Analyse ist top, aber wenn du sagst 'Das ist irrational', hört Sarah: 'Du bist dumm.' Das war nicht deine Absicht, oder?

Dr. Susanne Berg

Nein, definitiv nicht. Ich... ich schätze Sarahs Arbeit wirklich. Aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich es anders machen soll. Wenn jemand emotional wird, werde ich automatisch sachlicher. Das ist mein Reflex. Wie soll ich denn reagieren, ohne unehrlich zu werden?

Führungskraft

Das ist eine sehr ehrliche und wichtige Frage. Du musst nicht deine Persönlichkeit ändern. Aber du könntest zum Beispiel sagen: 'Ich sehe, dass dir das wichtig ist, Sarah. Lass uns schauen, wie wir deine Bedenken mit den Daten in Einklang bringen.' Das ist immer noch sachlich, aber respektvoll.

Dr. Susanne Berg

Das... das klingt tatsächlich machbar. Ich könnte also ihre Perspektive anerkennen, bevor ich die Daten präsentiere? Und wenn ich merke, dass jemand emotional reagiert - gibt es da ein System, wie ich reagieren sollte? Ich brauche irgendwie eine Struktur dafür.

Führungskraft

Perfekt, du denkst schon systematisch darüber nach. Lass uns einen konkreten Plan entwickeln: Erstens, bei emotionalen Reaktionen erst pausieren und nachfragen: 'Was beschäftigt dich daran?' Zweitens, ihre Sorge zusammenfassen, bevor du deine Analyse bringst. Drittens, Lösungen gemeinsam erarbeiten statt allein zu entscheiden.

Dr. Susanne Berg

Das ergibt Sinn. Pausieren, nachfragen, zusammenfassen, gemeinsam lösen. Kann ich das mit dir üben? Ich möchte das richtig machen. Und... ich sollte mich wohl bei Sarah entschuldigen. Auch wenn meine Absicht nicht schlecht war, war meine Wirkung verletzend.

Führungskraft

Absolut, wir können gerne Situationen durchspielen. Und ja, eine Entschuldigung bei Sarah wäre wertvoll - nicht für deine Analyse, die war korrekt, sondern für die Art der Kommunikation. Ich bin beeindruckt von deiner Bereitschaft, dich weiterzuentwickeln. Das zeigt echte Führungsqualitäten.

13 Nachrichten
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Vergleich
  • Analytische Stärken anerkennen, bevor Soft Skills angesprochen werden
  • Empathie als Effizienz-Tool erklären, nicht als emotionale Schwäche
Kevin Bauer

Remote-Work Balance zwischen Autonomie und Teampräsenz

Positiv
Der Konfliktvermeider

Zeigt, wie eine Führungskraft trotz eigener Unsicherheit klare Erwartungen kommuniziert und dabei die Autonomiebedürfnisse eines technischen Spezialisten respektiert.

Gesprächsvorschau
Führungskraft

Hi Kevin, danke dass du dir die Zeit nimmst. Mir ist aufgefallen, dass du in den letzten Monaten sehr selten im Büro warst - obwohl wir ja eigentlich die Drei-Tage-Regelung haben. Letzte Woche mit dem Kundentermin und auch bei der Einarbeitung von Sarah gab es ein paar Situationen... ich würde gerne verstehen, wie du das siehst?

Kevin Bauer

Ehrlich gesagt verstehe ich das Problem nicht ganz. Meine Zahlen sprechen für sich - ich bin deutlich produktiver im Homeoffice. Weniger Ablenkung, keine unnötigen Meetings, ich kann mich voll auf die technischen Aufgaben konzentrieren. Die Ergebnisse stimmen doch, oder? Was soll da das Problem sein?

Führungskraft

Du hast völlig recht, deine Arbeitsergebnisse sind wirklich gut, das steht außer Frage. Mir geht es auch nicht um deine individuelle Leistung. Es geht mehr um... naja, um das Team. Sarah hat mir erzählt, dass die Einarbeitung remote ziemlich frustrierend war mit den technischen Problemen. Und das Team vermisst dich bei den spontanen Abstimmungen.

Kevin Bauer

Aber das sind doch alles Dinge, die man remote genauso gut lösen kann. Technische Probleme hat man auch im Büro. Und spontane Abstimmungen - dafür gibt es Slack und Teams. Wir leben im 21. Jahrhundert, nicht mehr in den 90ern. Warum soll ich zwei Stunden pendeln für Dinge, die digital genauso gut funktionieren?

Führungskraft

Ich verstehe deinen Punkt mit der Effizienz wirklich. Und du hast recht, vieles geht remote super. Aber letzte Woche warst du zwei Stunden nicht erreichbar, obwohl dein Status grün war - der Kunde wartete. Und bei der Einarbeitung... Sarah meinte, es fehlte einfach dieser persönliche Kontakt, dieses schnelle Mal-eben-fragen-können. Manchmal braucht es einfach diese menschliche Komponente.

Kevin Bauer

Das mit dem Kunden war ein Ausnahmefall - ich hatte einen Zahnarzttermin und hab vergessen den Status zu ändern. Sowas passiert. Und bei Sarah... ich meine, sie ist auch erwachsen. Bei anderen Kollegen klappt Remote-Einarbeitung doch auch. Schau dir Thomas an, der ist auch fast nur remote und bei dem beschwert sich niemand.

Führungskraft

Okay, ich merke, dass du das anders siehst und... ehrlich gesagt, bin ich mir auch nicht sicher, ob ich das richtig anpacke. Vielleicht bin ich zu pingelig. Aber das Team hat sich wirklich bei mir beschwert. Sie sagen, du wirkst distanziert, kennst die neuen Leute kaum. Ich weiß nicht... wie können wir das lösen? Ich will dich nicht einschränken, aber das Team leidet darunter.

Kevin Bauer

Ich... okay, vielleicht sehe ich das zu technisch. Mir ist wirklich nicht bewusst gewesen, dass das Team das so empfindet. Ich dachte, solange die Arbeit stimmt... Aber wenn es wirklich Probleme gibt, dann sollten wir darüber reden. Was stellst du dir denn vor? Ich kann nicht jeden Tag im Büro sein, das ist für mich wirklich schwierig.

Führungskraft

Danke, dass du das so offen sagst. Ich denke nicht, dass du jeden Tag da sein musst. Aber vielleicht könnten wir einen Mittelweg finden? Was wäre, wenn wir feste Tage definieren - sagen wir Dienstag und Donnerstag - wo du im Büro bist? Dann weiß das Team, wann sie dich persönlich antreffen können, und du hast trotzdem drei Tage Homeoffice.

Kevin Bauer

Zwei feste Tage... das könnte funktionieren. Dienstag und Donnerstag ist okay, dann kann ich Montag, Mittwoch und Freitag von zu Hause arbeiten. Aber ich brauche wirklich diese Flexibilität für meine produktiven Phasen. Und bei Terminen wie Zahnarzt würde ich gerne tauschen können - geht das?

Führungskraft

Ja, das klingt vernünftig. Tauschen ist kein Problem, solange du es vorher kurz ankündigst. Und vielleicht könntest du bei den Team-Lunches öfter dabei sein? Nicht immer, aber ab und zu? Das würde wirklich helfen, die Beziehungen zu stärken. Ich denke, wenn wir das so machen, haben alle etwas davon - du deine Flexibilität und das Team mehr Kontakt zu dir.

Kevin Bauer

Okay, das kann ich mittragen. Dienstag und Donnerstag im Büro, flexibel tauschbar mit Voranmeldung. Und ich versuche, öfter bei den Team-Lunches dabei zu sein - vielleicht nicht jede Woche, aber regelmäßiger. Ehrlich gesagt merke ich schon, dass ich die neuen Kollegen kaum kenne. Das ist wohl nicht ideal für die Zusammenarbeit.

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Vergleich
  • Mit offenen Fragen statt Vorwürfen beginnen schafft konstruktiven Dialog
  • Eigene Unsicherheit zu zeigen kann Vertrauen aufbauen und Widerstand reduzieren
Kevin Bauer

Homeoffice-Grenzen bei Remote-Verweigerung setzen

Positiv
Der Konfliktvermeider

Zeigt, wie eine zögerliche Führungskraft lernt, trotz eigener Unsicherheit klare Erwartungen zu kommunizieren und dabei empathisch aber bestimmt zu bleiben.

Gesprächsvorschau
Führungskraft

Hi Kevin, danke dass du dir die Zeit nimmst. Ich wollte mit dir über deine Arbeitsweise sprechen, speziell über die Büropräsenz. Mir ist aufgefallen, dass du in den letzten Monaten sehr selten im Büro warst, obwohl wir als Team eigentlich drei Tage vereinbart haben. Wie siehst du das denn? Läuft für dich alles gut so wie es ist?

Kevin Bauer

Ja, läuft super. Ich bin deutlich produktiver zu Hause, keine Ablenkungen, kann mich voll konzentrieren. Meine Zahlen sprechen für sich - alle Deadlines eingehalten, sogar oft früher fertig. Das Büro ist ehrlich gesagt ziemlich ineffizient für mich. Ständig wird man unterbrochen, Smalltalk, unnötige Meetings. Zu Hause schaffe ich in sechs Stunden was im Büro acht dauert.

Führungskraft

Das kann ich gut verstehen, und du hast recht - deine Arbeitsergebnisse sind wirklich gut. Das erkenne ich absolut an. Mir geht es auch nicht um deine Produktivität. Was mir Sorgen macht, sind andere Aspekte. Letzte Woche zum Beispiel, als der Kunde spontan angerufen hat und wir dich zwei Stunden nicht erreichen konnten, obwohl dein Status grün war. Kannst du mir erklären, was da passiert ist?

Kevin Bauer

Ach das... ich war kurz einkaufen, hatte vergessen den Status zu ändern. Kann mal passieren. Im Büro ist man auch nicht hundert Prozent verfügbar - Kaffeepausen, Toilette, private Gespräche. Der Unterschied ist nur, dass man das dort nicht sieht. Außerdem war das ein Einzelfall, normalerweise bin ich immer erreichbar. Wir können doch alles remote lösen, das ist kein Problem.

Führungskraft

Ich verstehe deinen Punkt mit den Pausen, das stimmt schon. Aber es geht nicht nur um Erreichbarkeit. Die neue Kollegin Sarah hat mir erzählt, dass die Einarbeitung remote sehr frustrierend war - technische Probleme, sie konnte dir nicht richtig über die Schulter schauen. Und das Team vermisst dich auch. Sie sagen, du kennst die neuen Kollegen kaum, nimmst nie an gemeinsamen Aktivitäten teil. Wie denkst du darüber?

Kevin Bauer

Einarbeitung geht genauso gut remote, man muss nur die richtigen Tools nutzen. Bildschirm teilen, Video-Calls - ist sogar besser dokumentiert als wenn man nur daneben sitzt. Und Team-Lunches und so... ehrlich gesagt ist das nicht mein Ding. Ich bin hier um zu arbeiten, nicht um zu sozialisieren. Die Kollegen kann ich auch in Video-Calls kennenlernen. Warum soll ich Zeit verschwenden mit Smalltalk wenn ich produktiv sein kann?

Führungskraft

Kevin, ich merke, dass du das anders siehst als ich. Ehrlich gesagt bin ich etwas unsicher, wie ich das am besten anspreche, weil ich dich wirklich schätze und nicht vor den Kopf stoßen will. Aber ich spüre, dass es dem Team wichtig ist, dich persönlich zu haben. Es geht nicht nur um Effizienz, sondern auch darum, dass ihr als Team zusammenhaltet und euch aufeinander verlassen könnt. Kannst du das nachvollziehen?

Kevin Bauer

Ich... okay, ich verstehe dass dir das wichtig ist. Aber ehrlich gesagt finde ich das übertrieben. Wir sind erwachsene Menschen, warum brauchen wir diese physische Nähe? Das Team kann sich doch genauso gut digital vertrauen. Bei anderen Firmen funktioniert Full-Remote auch. Und bei Sarah war es doch auch nie ein Problem, dass sie oft remote ist. Warum bin ich da die Ausnahme?

Führungskraft

Du hast recht, dass andere auch remote arbeiten, aber die Situation ist nicht ganz vergleichbar. Sarah ist erst seit zwei Monaten da und arbeitet an anderen Projekten. Du bist ein wichtiger Teil des Kernteams und deine Expertise wird oft spontan gebraucht. Ich verstehe wirklich, dass Homeoffice für dich gut funktioniert. Aber können wir einen Kompromiss finden? Was würdest du sagen, wenn wir erstmal mit zwei festen Tagen pro Woche anfangen?

Kevin Bauer

Zwei Tage... das ist immer noch viel. Ich verstehe ja, dass es dir wichtig ist, aber für mich ist das wirklich ein großer Einschnitt in meine Arbeitsweise. Könnte man nicht erstmal mit einem Tag anfangen? Oder ich komme zu wichtigen Meetings und Terminen, aber ansonsten bleibe ich flexibel? Ich will ja nicht völlig unkooperativ sein, aber zwei feste Tage fühlen sich sehr einschränkend an.

Führungskraft

Ich höre, dass dir das wirklich schwerfällt, und das respektiere ich. Lass uns so anfangen: Ein fester Tag pro Woche, plus bei wichtigen Terminen wie Kundenbesuchen oder Einarbeitungen. Das wären realistisch ein bis zwei Tage pro Woche. Wichtig ist mir, dass du zuverlässig erreichbar bist und deinen Status aktuell hältst. Können wir das als Startpunkt versuchen und in einem Monat schauen, wie es läuft?

Kevin Bauer

Das... das klingt machbarer. Ein fester Tag kann ich verkraften, und bei wichtigen Sachen sehe ich auch ein, dass Präsenz sinnvoll sein kann. Mit dem Status-Update hast du recht, das war nicht professionell von mir. Okay, lass uns das probieren. Welcher Tag würde denn am meisten Sinn machen? Und können wir das wirklich nach einem Monat nochmal besprechen?

Führungskraft

Ja, definitiv sprechen wir in einem Monat nochmal darüber. Ich denke Dienstag oder Mittwoch wären gut, da ist das Team meist komplett da. Such dir einen aus, der für dich am besten passt. Und Kevin, ich schätze wirklich, dass du kompromissbereit bist. Deine Expertise ist wichtig für uns, und ich will, dass du dich wohlfühlst. Lass uns das gemeinsam hinbekommen.

13 Nachrichten
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  • Verletzlichkeit zeigen kann Vertrauen schaffen und defensive Haltungen auflösen
  • Anerkennung vor Kritik macht Feedback besser annehmbar
Kevin Bauer

Remote-Arbeitsverhalten und Teampräsenz klären

Positiv
Der Konfliktvermeider

Zeigt, wie eine Führungskraft trotz eigener Unsicherheit klare Erwartungen kommuniziert und dabei empathisch aber bestimmt bleibt, um sowohl individuelle Bedürfnisse als auch Teamdynamik zu berücksichtigen.

Gesprächsvorschau
Führungskraft

Hi Kevin, danke dass du dir Zeit genommen hast. Mir ist aufgefallen, dass wir in den letzten Monaten wenig persönlichen Kontakt hatten. Ich wollte mal ehrlich mit dir sprechen über deine Arbeitsweise und wie das auf das Team wirkt. Kannst du mir erzählen, wie du deine aktuelle Remote-Situation siehst?

Kevin Bauer

Meine Zahlen sprechen für sich. Ich bin deutlich produktiver im Homeoffice, weniger Ablenkungen, kann mich besser konzentrieren. Die Arbeitsergebnisse sind doch top, oder? Warum sollte ich Zeit mit Pendeln verschwenden, wenn ich remote genauso gut oder sogar besser arbeite? Das ist doch effizienter für alle.

Führungskraft

Du hast recht, deine Arbeitsergebnisse sind wirklich gut, das will ich gar nicht anzweifeln. Mir geht es um etwas anderes. Letzte Woche warst du beim spontanen Kundentermin nicht erreichbar, und bei der Einarbeitung von Lisa gab es Schwierigkeiten. Wie siehst du denn solche Situationen?

Kevin Bauer

Das mit dem Kundentermin war ein Einzelfall, kann jedem passieren. Und die Einarbeitung? Das geht doch alles remote, Screensharing, Video-Calls. Lisa muss sich halt an moderne Arbeitsweisen gewöhnen. Wir sind doch nicht mehr in den 90ern, wo man physisch anwesend sein muss für alles.

Führungskraft

Ich verstehe deinen Punkt mit den modernen Arbeitsweisen. Gleichzeitig bekomme ich Rückmeldung vom Team, dass sie dich vermissen. Bei spontanen Fragen, Team-Lunches, dem informellen Austausch. Lisa hat mir gesagt, dass die technischen Probleme frustrierend waren und ihr der persönliche Kontakt gefehlt hat. Was denkst du darüber?

Kevin Bauer

Team-Lunches sind doch kein Muss, oder? Ich kenne die neuen Kollegen aus den Meetings. Und spontane Fragen kann man auch über Teams stellen. Bei Sarah ist es doch auch kein Problem, dass sie oft remote ist. Warum wird bei mir so ein Aufstand gemacht?

Führungskraft

Kevin, ich merke, dass dir das wichtig ist mit der Flexibilität. Mir auch. Aber Sarah ist an drei Tagen pro Woche im Büro, wie vereinbart. Du warst in drei Monaten vier Tage da. Das ist ein Unterschied. Und ehrlich gesagt, fällt es mir schwer, das dem Team zu erklären, wenn sie sich unfair behandelt fühlen.

Kevin Bauer

Okay, vielleicht war ich etwas weniger da als geplant. Aber die Ergebnisse stimmen doch. Können wir nicht eine individuelle Lösung finden? Ich arbeite einfach besser von zu Hause, das ist mein Arbeitstyp. Zwei Tage pro Woche wären doch ein Kompromiss?

Führungskraft

Ich schätze, dass du bereit bist, über Lösungen zu sprechen. Das zeigt mir, dass dir das Team wichtig ist. Zwei Tage wären ein Anfang, aber ich denke, wir brauchen die vereinbarten drei Tage. Nicht wegen Kontrolle, sondern weil das Team dich braucht. Wie können wir das hinbekommen, dass du dich dabei trotzdem wohlfühlst?

Kevin Bauer

Na gut, drei Tage. Aber kann ich wenigstens die Tage flexibel wählen? Und wenn wichtige Deep-Work-Phasen anstehen, auch mal eine Ausnahme machen? Ich will nur nicht in ein starres Korsett gepresst werden, das macht mich unproduktiv.

Führungskraft

Das klingt nach einem fairen Deal. Flexibilität bei den Tagen ist okay, solange du es abstimmst. Bei wichtigen Projekten können wir individuell schauen. Lass uns das vier Wochen testen und dann nochmal sprechen. Kannst du nächste Woche schon mit den drei Tagen anfangen? Und könntest du beim nächsten Team-Lunch dabei sein?

Kevin Bauer

Okay, das kann ich mittragen. Nächste Woche bin ich Dienstag, Mittwoch und Donnerstag da. Und ja, beim Team-Lunch kann ich dabei sein, wenn es nicht gerade in meine Fokuszeit fällt. Danke, dass wir eine Lösung gefunden haben, die für beide Seiten funktioniert.

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  • Stärken anerkennen bevor Probleme angesprochen werden reduziert Defensivität
  • Konkrete Fakten und Zahlen sind überzeugender als emotionale Appelle
Alina Kowalski

Diskriminierende Äußerungen im Team ansprechen

Positiv
Der Konfliktvermeider

Zeigt, wie eine Führungskraft bei wiederholten diskriminierenden Kommentaren klare Grenzen setzt und konkrete Verhaltensänderungen einfordert, ohne die Wertschätzung für langjährige Leistung zu verlieren.

Gesprächsvorschau
Führungskraft

Hallo Alina, danke dass du dir die Zeit genommen hast. Mir sind in den letzten Wochen mehrere Beschwerden über bestimmte Kommentare in deinem Team zugegangen. Gestern hat Jasmin eine formelle Beschwerde eingereicht. Das ist ein ernstes Thema, das wir besprechen müssen. Kannst du mir deine Sicht der Dinge schildern?

Alina Kowalski

Ehrlich gesagt verstehe ich die ganze Aufregung nicht. Ich führe seit zwölf Jahren erfolgreich dieses Team und habe immer klar und direkt kommuniziert. Bei Jasmin ging es nur um praktische Überlegungen - mit ihrem starken Akzent könnte Kundenkontakt schwierig werden. Das war doch nicht böse gemeint, sondern ein konstruktiver Hinweis für ihre Karriere.

Führungskraft

Ich schätze deine langjährige Erfahrung und deinen Erfolg als Führungskraft sehr. Gleichzeitig geht es hier nicht um die Absicht hinter deinen Worten, sondern um deren Wirkung. Jasmin hat sich diskriminiert gefühlt. Kannst du verstehen, warum ein Kommentar über ihren Akzent als ausgrenzend empfunden werden könnte, auch wenn das nicht deine Absicht war?

Alina Kowalski

Das ist doch alles übertrieben! Früher konnte man noch normal miteinander reden, ohne auf jedes Wort achten zu müssen. Heute ist jeder gleich beleidigt. Ich bin nun mal direkt und ehrlich - das war schon immer meine Art. Die jungen Leute müssen lernen, dass Arbeit kein Ponyhof ist und man auch mal kritisches Feedback verkraften muss.

Führungskraft

Ich verstehe, dass sich Standards verändert haben und das herausfordernd sein kann. Aber es geht nicht nur um Jasmin - auch andere Teammitglieder haben sich gemeldet. Deine Kommentare zu Maries Schwangerschaft und Toms Teilzeit haben ebenfalls Unbehagen ausgelöst. Das sind nicht nur Befindlichkeiten, sondern potenzielle rechtliche Risiken für uns als Unternehmen.

Alina Kowalski

Rechtliche Risiken? Das ist doch lächerlich! Ich kümmere mich um die Produktivität meines Teams. Wenn Marie lange in Elternzeit geht, bricht uns das Projekt weg. Und Tom mit seiner Teilzeit kann nun mal keine Vollzeit-Verantwortung übernehmen. Das sind Fakten, keine Diskriminierung. Wir sollten uns auf Leistung konzentrieren, nicht auf politische Korrektheit.

Führungskraft

Alina, ich sehe deine Sorge um die Teamleistung. Aber gerade deshalb müssen wir das anders angehen. Studien zeigen, dass diverse Teams bessere Ergebnisse erzielen. Wenn sich Teammitglieder nicht wertgeschätzt fühlen, sinkt ihre Motivation und Leistung. Drei deiner besten Leute haben sich bereits an HR gewandt - das schwächt das Team mehr als jede Elternzeit.

Alina Kowalski

Aber ich will doch nur das Beste für das Team! Ich sage die Wahrheit, auch wenn sie unbequem ist. Soll ich jetzt lügen und so tun, als wären alle gleich gut geeignet für alles? Das ist doch unehrlich. Ich... ich verstehe wirklich nicht, wo das Problem liegt. Vielleicht bin ich einfach zu altmodisch geworden für diese neue Arbeitswelt.

Führungskraft

Deine Sorge um das Team ist echt und wertvoll. Niemand verlangt von dir zu lügen oder Standards zu senken. Es geht darum, WIE wir Feedback geben. Statt 'Mit deinem Akzent wirst du Probleme haben' könntest du sagen: 'Lass uns gemeinsam schauen, wie wir deine Kommunikationsstärken optimal einsetzen können.' Das ist ehrlich UND wertschätzend.

Alina Kowalski

Okay, das... das klingt tatsächlich besser. Aber ehrlich gesagt bin ich jetzt verunsichert. Ich dachte immer, direktes Feedback ist gut. Wie soll ich denn künftig kommunizieren, ohne ständig Angst haben zu müssen, etwas Falsches zu sagen? Ich will ja weiterhin eine gute Führungskraft sein, aber diese ganzen neuen Regeln überfordern mich.

Führungskraft

Diese Unsicherheit ist völlig verständlich und zeigt deine Bereitschaft zu lernen. Direktes Feedback ist weiterhin wichtig - es kommt auf die Formulierung an. Ich schlage vor, dass du an unserem Diversity-Workshop teilnimmst und wir uns in zwei Wochen wieder setzen. Bis dahin: Bei kritischem Feedback erst überlegen 'Wie kann ich das konstruktiv formulieren?' Bist du bereit für diesen Weg?

Alina Kowalski

Ja, das kann ich machen. Den Workshop und das Folgegespräch. Ich will wirklich lernen, wie ich meine Führungsqualitäten an die heutigen Standards anpassen kann, ohne meine Authentizität zu verlieren. Danke, dass du mir eine Chance gibst, anstatt mich direkt abzuschreiben. Das bedeutet mir viel nach all den Jahren hier.

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Vergleich
  • Wertschätzung vor Kritik baut Vertrauen auf und reduziert Widerstand
  • Impact vor Intent: Die Wirkung von Worten zählt mehr als die Absicht
Marco Schulz

Stille Kompetenz sichtbar machen

Positiv
Der Konfliktvermeider

Zeigt, wie eine Führungskraft durch empathisches Nachfragen und strukturierte Unterstützung einen zurückhaltenden Mitarbeiter ermutigt, seine fachliche Expertise zu zeigen.

Gesprächsvorschau
Führungskraft

Hallo Marco, schön dass du Zeit hattest. Mir ist aufgefallen, dass du letzte Woche eine wirklich elegante Lösung für das Datenbankproblem vorgeschlagen hattest, als wir im Flur gesprochen haben. Die Idee war durchdacht und hätte dem Team sehr geholfen. Gleichzeitig sehe ich, dass du in unseren Meetings oft sehr zurückhaltend bist. Kannst du mir helfen zu verstehen, woran das liegt?

Marco Schulz

Ich mache doch meine Arbeit ordentlich. Alle Aufgaben werden pünktlich erledigt, die Qualität stimmt auch. Das haben Sie selbst gesagt. Ich verstehe nicht, warum ich mich in Meetings melden soll, wenn die anderen schon gute Lösungen finden. Meine Kollegen haben mehr Erfahrung und kennen sich besser aus als ich.

Führungskraft

Da hast du absolut recht, Marco. Deine fachliche Arbeit ist wirklich tadellos und zuverlässig. Das schätze ich sehr an dir. Mir geht es auch nicht darum, dass du mehr redest, um des Redens willen. Aber deine Idee letzte Woche war nicht nur gut, sie war sogar eleganter als das, was wir im Meeting diskutiert hatten. Das zeigt mir, dass du durchaus wertvolle Perspektiven hast, die dem Team helfen könnten.

Marco Schulz

Ich weiß nicht. Die anderen reden so selbstbewusst und schnell. Bis ich einen Gedanken zu Ende gedacht habe, ist das Thema schon weiter. Und wenn ich dann doch mal was sage und es ist falsch oder nicht durchdacht, dann denken alle, ich bin inkompetent. Das Risiko ist es mir nicht wert.

Führungskraft

Das kann ich gut verstehen. Diese Sorge, vor anderen einen Fehler zu machen, kenne ich selbst auch. Gleichzeitig frage ich mich: Glaubst du wirklich, dass deine Kollegen nie falsche oder halbfertige Ideen äußern? Mir fällt auf, dass du dir selbst einen viel höheren Standard auferlegst als anderen. Deine Idee letzte Woche war übrigens sehr durchdacht - deutlich mehr als manches, was spontan in Meetings gesagt wird.

Marco Schulz

Vielleicht haben Sie recht. Ich merke schon, dass ich mir sehr viele Gedanken mache, bevor ich etwas sage. Manchmal denke ich, die anderen erwarten von mir perfekte Antworten, weil ich schon länger hier bin. Aber ehrlich gesagt weiß ich oft nicht, ob meine Ideen überhaupt relevant sind für das, was gerade diskutiert wird.

Führungskraft

Das ist ein wichtiger Punkt. Du sagst, du bist dir unsicher, ob deine Ideen relevant sind. Lass mich mal konkret nachfragen: Wenn du in den Meetings sitzt und die Diskussion verfolgst, hast du dann tatsächlich Gedanken oder Ideen dazu? Oder denkst du eher an andere Dinge? Ich bin wirklich neugierig auf deine ehrliche Einschätzung.

Marco Schulz

Doch, ich höre schon zu und habe oft Gedanken dazu. Manchmal sehe ich auch Probleme, die noch nicht angesprochen wurden, oder kenne technische Details, die wichtig wären. Aber dann denke ich mir, wenn es wichtig wäre, hätten es die anderen schon gesagt. Oder ich formuliere in meinem Kopf, wie ich es sagen könnte, und bis ich einen guten Satz gefunden habe, ist das Thema weiter.

Führungskraft

Marco, das was du gerade beschreibst, zeigt mir zwei Dinge: Erstens bist du sehr aufmerksam und denkst mit. Zweitens stellst du sehr hohe Ansprüche an dich selbst. Ich muss dir gestehen, ich mache mir manchmal Sorgen, dass wir als Team wichtige Perspektiven verpassen, weil du sie nicht teilst. Die technischen Details, die du erwähnst, könnten Fehler verhindern, die wir später teuer bezahlen.

Marco Schulz

Daran hatte ich nicht gedacht, dass meine Zurückhaltung dem Team schaden könnte. Ich dachte eher, ich störe nicht und lasse die anderen arbeiten. Aber Sie haben recht, letzte Woche hätte mein Hinweis auf die Indexierung vielleicht die Performance-Probleme verhindert, die jetzt aufgetreten sind. Ich wusste nur nicht, wie ich das elegant einbringen sollte.

Führungskraft

Genau das meine ich. Dein Wissen über die Indexierung war Gold wert, und du hattest es rechtzeitig erkannt. Lass uns überlegen, wie wir das ändern können. Was würde dir helfen, solche wichtigen Punkte in Meetings anzusprechen? Würde es helfen, wenn ich dich gezielt nach technischen Aspekten frage? Oder wenn wir vorab kurz besprechen, worauf du achten könntest?

Marco Schulz

Das mit den gezielten Fragen könnte tatsächlich helfen. Wenn Sie mich direkt ansprechen, kann ich nicht mehr ausweichen und muss antworten. Und wenn ich weiß, dass Sie meine technische Einschätzung erwarten, fühlt es sich weniger wie Störung an. Vielleicht könnte ich auch wichtige Punkte vorher notieren, damit ich nicht nach Worten suchen muss.

Führungskraft

Das sind sehr praktische Ansätze. Lass uns das konkret machen: Im nächsten Meeting werde ich dich gezielt nach technischen Risiken fragen. Und du bereitest dir zwei, drei Stichpunkte vor zu dem Thema, das auf der Agenda steht. Wir probieren das vier Wochen lang aus und schauen dann, wie es läuft. Bist du damit einverstanden? Und Marco, eins noch: Perfekte Formulierungen sind nicht nötig. Dein Fachwissen ist wichtiger als elegante Sätze.

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  • Beginne mit konkreter Wertschätzung der fachlichen Kompetenz
  • Stelle offene, neugierige Fragen statt Vorwürfe zu machen
Jan Hansen

Unrealistische Zeitschätzungen korrigieren

Positiv
Der Konfliktvermeider

Eine Führungskraft lernt, wie sie mit empathischer Klarheit chronische Planungsprobleme anspricht und dabei Wertschätzung mit konkreten Erwartungen verbindet.

Gesprächsvorschau
Führungskraft

Hi Jan, ich würde gerne mit dir über ein Thema sprechen, das mir aufgefallen ist. Bei den letzten drei Projekten hatten wir ziemlich knapp mit den Deadlines zu kämpfen. Das Kundenprojekt letzte Woche zum Beispiel - du hattest ursprünglich zwei Tage geschätzt, aber wir brauchten am Ende eine ganze Woche. Kannst du mir mal deine Sicht darauf schildern?

Jan Hansen

Na ja, am Ende hat doch alles geklappt, oder? Ich meine, wir haben die Deadline geschafft - vielleicht etwas knapp, aber das zeigt doch, dass meine Einschätzung gar nicht so falsch war. Ich arbeite halt gut unter Druck und finde immer einen Weg. Das Kundenprojekt war auch komplexer als gedacht, das konnte keiner vorhersehen.

Führungskraft

Das stimmt, du findest immer Lösungen - das schätze ich wirklich an dir. Aber mir geht es um die Auswirkungen auf das Team. Sarah hat drei Überstunden gemacht, um dir zu helfen, und Tom musste sein eigenes Projekt verschieben. Das ist jetzt schon das dritte Mal in zwei Monaten. Wie siehst du das denn aus Teamsicht?

Jan Hansen

Okay, das... das hatte ich ehrlich gesagt nicht so auf dem Schirm. Ich dachte, die helfen gerne mit, weil wir ein Team sind. Aber wenn du es so sagst... vielleicht ist es für die anderen schon belastend. Ich wollte niemanden unter Stress setzen. Es ist nur so, dass ich oft denke, dass Dinge schneller gehen, als sie dann tatsächlich dauern.

Führungskraft

Es ist gut, dass du das so reflektierst. Genau dieser Optimismus macht dich auch zu einem wertvollen Teammitglied - du siehst Möglichkeiten, wo andere Probleme sehen. Aber lass uns mal schauen: Was denkst du, woran es liegt, dass deine Schätzungen oft zu knapp sind? Hast du da selbst schon mal drüber nachgedacht?

Jan Hansen

Hmm, ehrlich gesagt... ich glaube, ich berücksichtige oft nicht die ganzen kleinen Dinge, die zwischendrin passieren. Testing, Bugfixes, Abstimmungen. Ich denke immer nur an den Hauptteil der Arbeit. Und dann gibt es ja auch noch Meetings und Unterbrechungen. Vielleicht sollte ich da systematischer rangehen, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht so recht, wie.

Führungskraft

Das ist eine sehr ehrliche Selbsteinschätzung, Jan. Und du hast recht - diese Zwischenschritte werden oft übersehen. Ich verstehe auch, dass strukturierte Planung vielleicht nicht dein natürlicher Stil ist. Aber lass mich mal eine Frage stellen: Wenn wir das nächste Mal so eine Situation haben, wo das Team einspringen muss - was könnte das langfristig bedeuten?

Jan Hansen

Na ja... wenn das öfter passiert, werden die anderen wahrscheinlich genervt sein. Und irgendwann haben sie vielleicht keine Lust mehr zu helfen. Das wäre schon blöd. Und für meine Karriere ist es wahrscheinlich auch nicht gut, wenn ich als unzuverlässig gelte. Ich will ja eigentlich mal Tech-Lead werden, aber so wird das nichts, oder?

Führungskraft

Du siehst das sehr klar. Ein Tech-Lead muss vor allem eins können: realistische Einschätzungen abgeben, auf die sich andere verlassen können. Die gute Nachricht ist: Du hast alle anderen Fähigkeiten dafür. Lass uns gemeinsam überlegen, wie wir deine Zeitschätzungen verbessern können. Was würdest du denn davon halten, wenn wir für die nächsten Projekte eine Art Checkliste entwickeln?

Jan Hansen

Eine Checkliste? Das klingt erstmal etwas... strukturiert für meinen Geschmack. Aber wenn es hilft und mich zuverlässiger macht, bin ich dabei. Vielleicht könnte ich auch mal mit Sarah oder Tom sprechen, wie die ihre Projekte planen? Die scheinen das ja ganz gut hinzubekommen. Was denkst du denn, was auf so eine Checkliste drauf sollte?

Führungskraft

Das ist eine super Idee mit Sarah und Tom! Die haben wirklich gute Systeme entwickelt. Für die Checkliste könnten wir mit den Basics anfangen: Entwicklungszeit, Testing, Code Review, mögliche Rückfragen. Und dann fügen wir einen Puffer für Unvorhergesehenes dazu. Sollen wir das bis nächste Woche mal ausprobieren? Ich würde gerne in zwei Wochen schauen, wie es läuft.

Jan Hansen

Ja, das können wir gerne machen. Ehrlich gesagt bin ich auch neugierig, ob das wirklich hilft. Und es ist schon ein gutes Gefühl zu wissen, dass du mich dabei unterstützt, anstatt nur zu kritisieren. Ich werde auf jeden Fall mit Sarah sprechen - die ist wirklich gut in sowas. Danke, dass du das so konstruktiv angehst.

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  • Konkrete Beispiele machen Feedback nachvollziehbar und weniger angreifbar
  • Wertschätzung vor Kritik schafft psychologische Sicherheit
Florian Beck

Konfliktscheu produktiv überwinden mit Florian Beck

Positiv
Der Konfliktvermeider

Eine Führungskraft hilft einem konfliktscheuen Mitarbeiter dabei, seine wichtige Stimme im Team zu finden und konstruktiv Bedenken zu äußern.

Gesprächsvorschau
Führungskraft

Hallo Florian, danke dass du dir die Zeit nimmst. Mir ist aufgefallen, dass du in den letzten Meetings eher zurückhaltend warst, obwohl ich weiß, dass du viel Expertise mitbringst. Besonders bei der Prozessänderung letzte Woche hätte deine Einschätzung uns allen geholfen. Wie geht es dir denn damit? Was beschäftigt dich?

Florian Beck

Ach... also... es ist nicht so, dass ich nichts zu sagen hätte. Ich meine, bei der Prozessänderung hatte ich schon ein paar Gedanken, aber alle waren so positiv gestimmt und die Präsentation war ja auch gut durchdacht. Ich wollte nicht derjenige sein, der gleich mit Problemen kommt. Die anderen haben sicher mehr Erfahrung als ich in solchen Sachen.

Führungskraft

Verstehe ich das richtig, dass du deine Bedenken zurückgehalten hast, weil du niemanden vor den Kopf stoßen wolltest? Das zeigt, wie sehr dir das Team am Herzen liegt. Gleichzeitig sind genau die Probleme eingetreten, die du vorhergesehen hast. Deine Erfahrung ist wertvoll, Florian. Erzähl mir von den Gedanken, die du damals hattest.

Florian Beck

Ich hatte gesehen, dass die neue Software-Schnittstelle nicht mit unserem Legacy-System kompatibel ist. Und die Zeitschiene war unrealistisch für die Datenmigration. Aber der Projektleiter war so überzeugt und alle nickten... ich dachte, vielleicht übersehe ich etwas. Ich wollte nicht als Bremser dastehen, der immer nur Probleme sieht.

Führungskraft

Diese technischen Einblicke sind genau das, was wir brauchen! Du hattest Recht mit deinen Bedenken. Mir fällt auf, dass du von dir als 'Bremser' sprichst. Ist das ein Gefühl, das du öfter hast? Dass deine kritischen Fragen nicht willkommen sind? Ich sehe das ganz anders - du hilfst uns, Fehler zu vermeiden, bevor sie teuer werden.

Florian Beck

Ja, genau das ist es. Ich habe schon als Kind gelernt, dass es wichtiger ist, dass alle sich wohlfühlen, als dass ich meine Meinung sage. Meine Eltern haben immer gesagt 'sei lieb, störe nicht'. Und irgendwie... irgendwie habe ich Angst, dass mich die Kollegen als schwierig empfinden, wenn ich immer Einwände bringe. Dann gehöre ich nicht mehr dazu.

Führungskraft

Danke, dass du das mit mir teilst, Florian. Das muss schwierig sein, zwischen dem Wunsch dazuzugehören und dem Wissen, dass du wichtige Beiträge hast. Du gehörst definitiv dazu - gerade weil du diese fachliche Tiefe mitbringst. Ich merke auch, dass es dir schwerfällt. Was denkst du denn, was passieren würde, wenn du deine Bedenken respektvoll äußerst?

Florian Beck

Wenn ich ehrlich bin... wahrscheinlich würden die meisten dankbar sein. Letztes Mal hat mir Sarah sogar gesagt, dass sie meine Einschätzung geschätzt hätte. Aber diese Stimme in meinem Kopf sagt immer 'was, wenn sie denken, ich bin nur ein Nörgler?' Es ist irrational, ich weiß. Ich kenne mein Fach, aber emotional ist da diese Blockade.

Führungskraft

Es ist überhaupt nicht irrational - diese Ängste sind sehr menschlich und nachvollziehbar. Dass du das erkennst, ist schon ein großer Schritt. Sarah hat dir sogar direkt positives Feedback gegeben! Lass uns mal praktisch werden: Wie könntest du deine Bedenken das nächste Mal so formulieren, dass sie konstruktiv ankommen? Was würde dir dabei helfen, diesen ersten Schritt zu wagen?

Florian Beck

Ich könnte vielleicht... ich könnte meine Punkte vorher aufschreiben, damit ich strukturierter bin. Und statt zu sagen 'das wird nicht funktionieren', könnte ich fragen 'wie gehen wir mit der Kompatibilitätsfrage um?' oder 'haben wir die Zeitschiene für die Migration durchgerechnet?' Das klingt weniger angreifend, oder?

Führungskraft

Das sind fantastische Ansätze, Florian! Diese fragenden Formulierungen laden zur gemeinsamen Problemlösung ein, statt anzuklagen. Das Aufschreiben ist auch klug - so vergisst du nichts Wichtiges und wirkst strukturiert. Ich schlage vor, wir probieren das beim nächsten Strategiemeeting am Donnerstag aus. Ich werde dich gezielt nach deiner Einschätzung fragen. Bist du bereit dafür?

Florian Beck

Ja, das... das traue ich mir zu. Besonders wenn ich weiß, dass du mich gezielt fragst. Dann ist es ja nicht so, als würde ich ungefragt reingrätschen. Und wenn ich vorher meine Punkte notiert habe, fühle ich mich sicherer. Können wir vielleicht auch kurz vor dem Meeting nochmal sprechen? Dann kann ich dir zeigen, was ich mir überlegt habe.

Führungskraft

Absolut! Lass uns Mittwoch um 15 Uhr kurz sprechen, dann kannst du mir deine Punkte zeigen und wir gehen sie gemeinsam durch. Du machst das wirklich gut, Florian. Es braucht Mut, diese gewohnten Muster zu durchbrechen. Ich freue mich darauf zu sehen, wie du deine Expertise einbringst. Das Team wird davon profitieren - und du auch.

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  • Starte mit Wertschätzung der fachlichen Kompetenz, bevor du problematisches Verhalten ansprichst
  • Gehe empathisch auf die emotionalen Ursachen ein, statt nur das Oberflächenverhalten zu kritisieren

Warum positives Feedback so wichtig für dein Team ist

Positives Feedback wird im Führungsalltag oft unterschätzt oder schlicht vergessen. Dabei ist regelmäßige Anerkennung einer der stärksten Hebel für Motivation, Engagement und Mitarbeiterbindung. Menschen wollen wissen, dass ihre Arbeit gesehen und geschätzt wird – und als Führungskraft liegt es an dir, diese Wertschätzung auszusprechen.

Das Problem: Lob wird als selbstverständlich vergessen

Viele Führungskräfte konzentrieren sich auf Probleme und Verbesserungspotenziale. Wenn alles gut läuft, gibt es scheinbar nichts zu besprechen. Das Ergebnis: Mitarbeiter hören von dir nur, wenn etwas nicht stimmt. Diese Schieflage hat Konsequenzen – sie führt zu dem Gefühl, dass gute Leistung nicht wahrgenommen wird und nur Fehler Aufmerksamkeit bekommen. Auf Dauer demotiviert das selbst die engagiertesten Teammitglieder.

Wirkungsvolles Lob ist konkret und zeitnah

Der größte Fehler bei positivem Feedback ist Vagheit. 'Gute Arbeit' oder 'Weiter so' sind nett gemeint, aber wirkungslos. Dein Mitarbeiter weiß nicht, was genau gut war und kann das Verhalten daher nicht bewusst wiederholen. Wirkungsvolles Lob benennt die konkrete Situation, das spezifische Verhalten und idealerweise auch die positive Auswirkung. Und es kommt zeitnah – ein Lob für etwas, das vor drei Monaten passiert ist, hat seine Wirkung längst verloren.

Die Angst vor zu viel Lob

Manche Führungskräfte fürchten, dass zu viel Lob die Mitarbeiter selbstgefällig macht oder dass die Anerkennung an Wert verliert. Diese Sorge ist unbegründet, solange dein Lob ehrlich und spezifisch ist. Das Problem entsteht nur bei inflationärem, pauschalen Lob ohne Substanz. Wenn du konkret benennst, was du wertschätzt, kannst du das so oft tun, wie es der Anlass hergibt. Studien zeigen, dass die meisten Teams eher zu wenig als zu viel Anerkennung erhalten.

Anerkennung für den Prozess, nicht nur das Ergebnis

Ein häufiger Fehler ist es, nur das Endergebnis zu loben. Damit übersiehst du den Einsatz, die Kreativität und die Ausdauer, die in den Prozess geflossen sind. Manchmal scheitert ein Projekt trotz hervorragender Arbeit – und genau dann ist Anerkennung besonders wichtig. 'Ich weiß, wie viel Mühe du in die Vorbereitung gesteckt hast, auch wenn wir den Auftrag nicht bekommen haben' zeigt, dass du mehr siehst als nur das Resultat.

Lob ist kein Selbstläufer

Positives Feedback zu geben erfordert Aufmerksamkeit und bewusste Entscheidung. Die Beispiele auf dieser Seite zeigen dir, wie du Lob so formulierst, dass es ankommt und nachhaltig motiviert – authentisch, konkret und wertschätzend.

Häufige Fragen zu positivem Feedback

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Lob und Anerkennung im Führungsalltag

Wie oft sollte ich meinen Mitarbeitern positives Feedback geben?
Es gibt keine magische Formel, aber Studien zeigen, dass das Verhältnis von positivem zu kritischem Feedback idealerweise bei etwa drei zu eins liegt. Wichtiger als die Häufigkeit ist jedoch die Authentizität. Gib positives Feedback immer dann, wenn du etwas Bemerkenswertes beobachtest – das kann mehrmals täglich sein oder auch nur einmal pro Woche. Entscheidend ist, dass dein Lob ehrlich gemeint ist und einen konkreten Anlass hat. Erzwungenes Lob nach Kalender wirkt unecht und verliert seine Wirkung.
Wie gebe ich Lob, ohne dass es aufgesetzt wirkt?
Der Schlüssel zu authentischem Lob liegt in der Konkretheit und dem richtigen Timing. Beschreibe genau, was du beobachtet hast: 'Mir ist aufgefallen, wie du im Kundenmeeting ruhig geblieben bist, obwohl der Kunde laut wurde. Du hast sachlich auf seine Punkte reagiert und damit die Situation entschärft.' Dieses Detail zeigt, dass du wirklich hingeschaut hast. Vermeide Superlative und Übertreibungen – 'Das war das Beste überhaupt' klingt unglaubwürdig. Und bleibe bei dem, was du tatsächlich empfindest, statt Phrasen zu verwenden, die du irgendwo gelesen hast.
Sollte ich Lob öffentlich oder unter vier Augen aussprechen?
Das hängt von der Situation und der Persönlichkeit deines Mitarbeiters ab. Manche Menschen blühen auf, wenn sie vor dem Team anerkannt werden, andere fühlen sich dabei unwohl. Als Faustregel gilt: Lob für individuelle Leistungen kann auch unter vier Augen gegeben werden, während Anerkennung für Beiträge, die dem ganzen Team nutzen, oft im Teammeeting gut aufgehoben ist. Wenn du unsicher bist, frag deinen Mitarbeiter einmal direkt, was ihm lieber ist. Kritik hingegen gehört ausnahmslos in den privaten Rahmen.
Was mache ich, wenn mein Mitarbeiter Lob abblockt?
Manche Menschen haben Schwierigkeiten, Anerkennung anzunehmen. Sie relativieren sofort mit 'Das war doch nichts Besonderes' oder lenken ab. Lass dich davon nicht entmutigen. Du kannst kurz nachhaken: 'Ich meine das ernst – das war wirklich gut gemacht.' Aber respektiere auch, wenn jemand das Thema nicht vertiefen möchte. Wichtiger als die Reaktion im Moment ist, dass du das Feedback überhaupt gegeben hast. Dein Mitarbeiter wird die Anerkennung registrieren, auch wenn er sie nicht offen annimmt. Mit der Zeit kann sich das ändern, wenn Lob zur Normalität in eurer Zusammenarbeit wird.
Wie kann ich Leistungen würdigen, wenn das Projektergebnis nicht erfolgreich war?
Hier ist es wichtig, Prozess und Ergebnis zu trennen. Ein gescheitertes Projekt bedeutet nicht, dass niemand gute Arbeit geleistet hat. Du kannst sagen: 'Auch wenn wir den Auftrag nicht bekommen haben, möchte ich anerkennen, wie gründlich du die Wettbewerbsanalyse vorbereitet hast. Die Struktur und Tiefe waren genau richtig.' Diese Art von Feedback zeigt, dass du den Einsatz siehst und wertschätzt – unabhängig vom Ausgang. Das ist besonders wichtig in Situationen, in denen das Ergebnis von Faktoren abhing, die dein Mitarbeiter nicht kontrollieren konnte.
Wie vermeide ich, dass immer dieselben Mitarbeiter Lob bekommen?
Das erfordert bewusste Aufmerksamkeit. Manche Mitarbeiter fallen durch spektakuläre Leistungen auf, während andere zuverlässig im Hintergrund arbeiten. Führe dir regelmäßig vor Augen, wem du zuletzt Feedback gegeben hast. Schaue bewusst auf die stillen Leistungsträger, die Prozesse am Laufen halten, ohne große Wellen zu machen. Deren Beitrag ist oft genauso wertvoll wie der sichtbare Erfolg anderer. 'Ich weiß, dass es selten auffällt, aber deine konstant zuverlässige Arbeit am Reporting gibt mir die Sicherheit, dass die Zahlen stimmen' – solches Feedback erreicht Menschen, die es selten hören.
Kann zu viel Lob Mitarbeiter selbstgefällig machen?
Diese Sorge hört man häufig, aber sie ist bei authentischem Lob unbegründet. Problematisch wird es nur bei pauschaler, unspezifischer Anerkennung, die keinen Bezug zu konkretem Verhalten hat. Wenn du immer nur 'Super' sagst, ohne zu erklären warum, kann das tatsächlich zu einer verzerrten Selbstwahrnehmung führen. Spezifisches Lob hingegen hat diesen Effekt nicht – es zeigt genau, welches Verhalten wertvoll ist und bestärkt deinen Mitarbeiter darin, dieses beizubehalten. Die meisten Teams leiden übrigens nicht unter zu viel, sondern unter zu wenig Anerkennung.
Wie gebe ich positives Feedback an jemanden, mit dem ich Konflikte habe?
Gerade in schwierigen Beziehungen ist positives Feedback besonders wichtig und gleichzeitig besonders schwer. Der Schlüssel liegt in der Aufrichtigkeit. Suche bewusst nach Aspekten, die du ehrlich wertschätzen kannst – es gibt sie fast immer, auch wenn die Gesamtbeziehung angespannt ist. Lobe nur das, was du wirklich positiv findest, und halte das Feedback sachlich und professionell. 'Dein Vorschlag im Meeting hatte einen guten Punkt, der mir vorher nicht aufgefallen war.' Solche Momente können der Anfang sein, um eine festgefahrene Dynamik aufzubrechen.

Positives Feedback trainieren – mit KI-Simulation

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