Kritik aussprechen ohne zu demotivieren
Kritisches Feedback: Beispiele & Formulierungen
Lerne anhand konkreter Beispiele, wie du als Führungskraft kritisches Feedback so formulierst, dass es ankommt und zu Verbesserung führt – ohne zu verletzen. Mit annotierten Dialogbeispielen und Analyse typischer Fehler.
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Kritisches Feedback professionell geben
Kritisches Feedback ist die schwierigste Form des Feedbacks – und gleichzeitig oft die wichtigste. Diese Do's und Don'ts helfen dir, auch schwierige Botschaften so zu übermitteln, dass sie gehört und angenommen werden.
Empfohlene Strategien
Bewährte Ansätze für effektive Führung
Unter vier Augen sprechen
Kritik gehört ausnahmslos in den geschützten Rahmen eines Einzelgesprächs. Niemals vor Kollegen, niemals im Teammeeting – dieser Grundsatz ist nicht verhandelbar.
Zeitnah, aber nicht impulsiv ansprechen
Sprich Probleme innerhalb von 24-48 Stunden an, aber nicht im Affekt. Wenn du selbst noch aufgewühlt bist, warte bis du sachlich bleiben kannst.
Beim konkreten Verhalten bleiben
'Der Bericht vom Montag enthielt drei Rechenfehler' ist eine Beobachtung. 'Du arbeitest schlampig' ist eine Bewertung. Bleib bei Ersterem.
Die Perspektive des Mitarbeiters erfragen
Bevor du urteilst, frag: 'Wie siehst du das?' oder 'Hilf mir zu verstehen, was passiert ist.' Oft gibt es Gründe, die du nicht kennst.
Auf die Zukunft fokussieren
Nachdem das Problem benannt ist, richte den Blick nach vorn: 'Was können wir tun, damit das nicht wieder passiert?' Lösungsorientierung statt Schuldzuweisung.
Ruhe bewahren bei Emotionen
Wenn dein Mitarbeiter emotional reagiert, bleib selbst ruhig. Gib Raum für die Reaktion, ohne deine sachlich berechtigte Kritik zurückzunehmen.
Zu vermeidende Fehler
Häufige Stolpersteine und wie man sie umgeht
Verallgemeinerungen nutzen
'Du machst das immer falsch' oder 'Das ist typisch für dich' provoziert sofort Widerstand. Dein Mitarbeiter wird Gegenbeispiele suchen statt zuzuhören.
Die Person angreifen statt das Verhalten
'Du bist unzuverlässig' greift den Charakter an und erzeugt Scham. 'Die Deadline wurde nicht eingehalten' beschreibt ein Verhalten, das änderbar ist.
Alte Geschichten aufwärmen
Wenn du bei einem aktuellen Thema frühere Fehler einbringst, wirkt das nachtragend und unfair. Jedes Gespräch sollte sich auf die aktuelle Situation konzentrieren.
Kritik zwischen Lob verstecken
Die Sandwich-Methode ist durchschaut. Dein Mitarbeiter wartet beim Lob nur auf das 'Aber' und nimmt am Ende weder das Positive noch das Kritische ernst.
Das Gespräch mit Kritik beginnen
Starte nicht mit dem Problem, sondern mit einer kurzen Einordnung: 'Ich möchte mit dir über das Projekt X sprechen' gibt deinem Mitarbeiter einen Rahmen.
Ohne Vereinbarung auseinandergehen
Ein Kritikgespräch ohne klare nächste Schritte ist unvollständig. Vereinbare konkret, was sich ändern soll und wann ihr wieder darüber sprecht.
Kritisches Feedback: Praxisbeispiele
So formulieren erfahrene Führungskräfte Kritik, die ankommt – mit annotierten Dialogen und Fehleranalyse
Konfliktvermeider gibt bei Widerstand auf
Zeigt wie eine Führungskraft durch übertriebene Höflichkeit und sofortiges Nachgeben bei kritischem Feedback versagt. Demonstriert die negativen Folgen von Konfliktvermeidung.
- Wichtige Probleme müssen klar und direkt angesprochen werden, nicht verniedlicht oder relativiert
- Führungskräfte dürfen sich nicht für notwendige, berechtigte Gespräche entschuldigen

Fehlende Konsequenz bei wiederholten Vereinbarungsbrüchen
Zeigt, wie eine konfliktscheue Führungskraft durch mangelnde Klarheit und fehlende Konsequenz die Situation verschlimmert und das Team frustriert.
- Vage Formulierungen führen zu unklaren Ergebnissen
- Sich für berechtigte Führungsthemen zu entschuldigen untergräbt die Autorität
Warum kritisches Feedback so schwer fällt – und warum du es trotzdem geben musst
Kritisches Feedback zu geben gehört zu den unangenehmen Aufgaben einer Führungskraft. Niemand hört gerne, dass etwas nicht gut gelaufen ist, und niemand überbringt diese Botschaft gerne. Trotzdem ist es deine Aufgabe – und zwar nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für deinen Mitarbeiter.
Das Problem des vermiedenen Gesprächs
Viele Führungskräfte schieben kritische Gespräche vor sich her. Sie hoffen, dass sich das Problem von selbst löst oder dass der Mitarbeiter sein Verhalten ohne Ansprache ändert. Diese Hoffnung erfüllt sich fast nie. Stattdessen passiert Folgendes: Das problematische Verhalten setzt sich fort, weil dein Mitarbeiter nicht weiß, dass es ein Problem gibt. Deine Frustration wächst. Und wenn du schließlich doch das Gespräch führst, ist so viel aufgestaut, dass es schwer wird, sachlich zu bleiben. Frühzeitiges Ansprechen ist fast immer besser als Abwarten.
Kritik ist kein Angriff
Der Schlüssel zu gutem kritischem Feedback liegt in deiner inneren Haltung. Wenn du Kritik als Angriff auf deinen Mitarbeiter verstehst, wird sie auch so ankommen. Wenn du sie als Unterstützung bei der Verbesserung verstehst, ändert das alles – deinen Tonfall, deine Wortwahl, deine Körpersprache. Frag dich vor dem Gespräch: Will ich meinem Mitarbeiter zeigen, was er falsch macht, oder will ich ihm helfen, es besser zu machen? Der Unterschied ist fundamental.
Die Angst vor der Reaktion
Eine der größten Hürden ist die Ungewissheit darüber, wie dein Mitarbeiter reagieren wird. Wird er defensiv? Wütend? Traurig? Diese Ungewissheit ist normal, sollte dich aber nicht davon abhalten, das Gespräch zu führen. In den allermeisten Fällen sind die Reaktionen weniger dramatisch als befürchtet. Und selbst wenn es emotional wird, ist das verkraftbar – emotionale Reaktionen auf kritisches Feedback sind normal und menschlich.
Klarheit ist Freundlichkeit
Es mag paradox klingen, aber klare Kritik ist ein Akt der Wertschätzung. Du gibst deinem Mitarbeiter die Chance, sein Verhalten zu korrigieren – eine Chance, die er ohne dein Feedback nicht hätte. Menschen können nur verbessern, wovon sie wissen. Indem du Probleme ansprichst, behandelst du deinen Mitarbeiter als jemanden, der in der Lage ist, sich zu entwickeln. Das ist respektvoller als Schweigen oder vage Andeutungen.
Die Beispiele auf dieser Seite
Die folgenden Beispiele zeigen dir Wort für Wort, wie erfahrene Führungskräfte kritische Gespräche führen. Du siehst, wie sie das Gespräch eröffnen, wie sie die Kritik formulieren, wie sie mit Reaktionen umgehen und wie sie zu einem produktiven Abschluss kommen. Jedes Beispiel ist annotiert, damit du verstehst, warum bestimmte Formulierungen funktionieren und andere nicht.
Häufige Fragen zu kritischem Feedback
Antworten auf die schwierigsten Fragen rund um Kritikgespräche mit Mitarbeitern
Wie formuliere ich Kritik, ohne meinen Mitarbeiter zu demotivieren?
Wie spreche ich ein Problem an, das sich schon länger hinzieht?
Wie reagiere ich, wenn mein Mitarbeiter die Kritik abstreitet?
Was mache ich, wenn mein Mitarbeiter im Gespräch weint?
Wie kritisiere ich einen Mitarbeiter, der länger dabei ist als ich?
Wann sollte ich ein Kritikgespräch besser verschieben?
Wie beende ich ein Kritikgespräch richtig?
Wie dokumentiere ich ein kritisches Feedbackgespräch?
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